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Kanonenlauf  gestemmt  und  hält  in  der  rechten  Faust  den  krummen
Husarensäbel.

Zu  den  schönsten  Kirchen  Berlins  gehört  die  katholische  Hedwigskirche,
  für  die  Friedrich  II.  selbst  die  Zeichnung  entworfen  hat.
In  der  Nähe  liegt  das  schlichte  Palais  Kaiser  Wilhelms  I.  An  dem
historischen  Eckfenster  hat  der  alte  Kaiser  beim  Aufziehen  der  Wache
fast  täglich  den  Gruß  der  Bevölkerung  entgegengenommen.  Bei  dem
großartigen  Reiterstandbilde  Friedrichs  des  Großen  beginnt  die  60  m
breite  Straße  Unter  den  Linden.  Diese  prachtvolle  Straße  besteht
aus  mehreren  Wegen,  die  von  vier  Reihen  Linden=  und  Kastanienbäumen
  eingefaßt  werden.

Die  Straße  Unter  den  Linden  führt  uns  an  mächtigen  Gebäu-=den
  vorbei  zum  Brandenburger  Tor.  Zwölf  Säulen  ragen  hoch
empor  und  tragen  auf  ihrer  Bekrönung  einen  zweirädrigen  Wagen,
auf  dem  die  Siegesgöttin  ihren  Einzug  hält;  vier  mächtige  Rosse,
die  nebeneinandergespannt  sind,  ziehen  den  Wagen.  Durchschreitet
man  das  Tor,  so  gelangt  man  nach  Nordwesten  hin  auf  den  Königsplatz,
  in  dessen  Mitte  die  61  m  hohe  Siegessäule  prangt.  Sie  ist
zum  Andenken  an  die  glorreichen  Siege  von  1864,  1866  und  1870/71
errichtet  worden  und  trägt  die  Inschrift:  „Das  dankbare  Vaterland
  dem  siegreichen  Heere.“  Sechzig  eroberte  Geschütze  schmücken  den
Säulenschaft,  der  mit  einer  von  acht  Ablern  getragenen  Deckplatte
abschließt.  Über  dieser  Platte  erhebt  sich  noch  haushoch  die  vergoldete
Siegesgöttin,  die  mit  der  Rechten  den  Lorbcerkranz  hoch  emporhält.
  In  der  Nähe  erhebt  sich  das  Reichstagsgebäude,  und  vor
diesem  steht  ein  großartiges  Denkmal  des  Fürsten  Bismarck.  An  die
Siegessäule  schließt  sich  nach  Süden  hin  die  Siegesallee,  die  unser
Kaiser  mit  32  herrlichen  Marmordenkmälern  aus  der  vaterländischen
Geschichte  geschmückt  hat.  Die  Längsreihe  beginnt  mit  Albrecht  dem
Bären  und  schließt  auf  der  gegenüberliegenden  Seite  mit  Kaiser
Wilhelm  dem  Großen.  Am  südlichen  Ende  der  Siegesallee  sprudelt
und  plätschert  der  Rolandsbrunnen.

Vom  Brandenburger  Tor  aus  gelangt  man  in  den  Tiergarten;
das  ist  ein  herrlicher  Park,  der  über  250  ha  groß  ist.  Er  wird
von  vielen  Straßen  durchschnitten  und  von  zahlreichen  Kindern,
Spaziergängern,  Reitern  und  Kutschwagen  belebt.  Doch  auch  an
stillen  Plätzen,  wo  der  Naturfreund  dem  Gesange  der  Vögel  lauschen
kann,  fehlt  es  nicht.  Kostbare  Denkmäler  gereichen  dem  Tiergarten
zur  Zierde.  Durch  besondere  Schönheit  zeichnen  sich  die  marmornen
  Standbilder  Friedrich  Wilhelms  III.  und  der  Königin  Luise
aus.  Zum  10.  März  wird  das  Luisendenkmat  alljährlich  mit  prächtigen
  Blumen  geschmückt,  und  Zehntausende,  vom  Bettler  hinauf

Leiebuch  für  Cberkloßen.  D.  22