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gem  Zureden  den  arbeitsscheuen  Burschen  in  neue  Tätigkeit,  den
heruntergekommenen  Greis  vielleicht  in  ein  Versorgungshaus  unterzubringen
  versucht.

Bald  ist  die  Schrippe  verzehrt,  das  bescheidene  Frühstück  beendet.
  Stehend  verrichten  sie  ein  kurzes  Dankgebet  und  singen  dann
unter  Begleilung  eines  Harmoniums  ein  Kirchenlied,  von  dem  jede
Zeile  laut  vorgesprochen  wird.  Langsam  und  eindringlich  liest  alsdann
  einer  das  Evangelium  vom  großen  Abendmahl  vor,  von  den
Geladenen,  die  nicht  kommen  wollten,  von  denen,  die  an  Hecken  und
Zäunen  lagen,  für  die  alle  noch  Raum  war  beim  Gastmahle  des
Vaters.  Dann  knüpft  er  an  das  Wort  an:  „Es  ist  noch  Raum  da.“
In  schlichter,  zu  Herzen  gehender  Weise  spricht  er  von  der  irdischen
Speise,  die  sie  genossen  und  weist  auf  das  göttliche  Gastmahl,  das
der  himmlische  Vater  für  alle  und  auch  für  sie  bereitet  habe.  Er
zeigt,  daß  es  für  keinen  zu  spät  sei,  daß  sie  alle  auf  der  Erde
noch  Pflichten  zu  erfüllen  haben,  vielleicht  Böses  gurzumachen,  Versänmtes
  nachzuholen,  für  jeden  sei  noch  Raum  hier  auf  Erden  und
dort  oben  beim  himmlischen  Vater  zu  finden.  Vielleicht  erzittert
eine  Saite  der  Reue  in  dem  Herzen  des  einen  oder  andern,  als  der
ernste  und  doch  so  milde  Mahner  seine  Ansprache  in  die  Worte  ausklingen
  ließ:  „Jedem  von  euch  bieten  wir  Trost  und  Hilfe  an.  Almosen
  können  und  wollen  wir  euch  nicht  geben,  weder  Gelb  noch
Kleider;  wer  aber  Arbeit  wünscht,  wer  Rat  und  Hilse  begehrt,  findet
bei  uns  jeglichen  menschemmöglichen  Beistand."

Wir  alle  waren  tief  ergriffen,  als  das  letzte  „Gott  befohlen“
und  „Gott  sei  mit  euch“  gesprochen  war.  In  wenigen  Minuten
leerte  sich  der  Saal.  Hurtig  oder  schleppend.  gebeugt  oder  hoffnungsvoll
  gingen  sie  ihres  Weges.  Gott  mit  ihnen!  So  rufen  auch
wir  ihnen  nach.

218.  Der  Spreewald.

Im  südlichen  Teile  der  Provinz  Brandenburg  breitet  sich  der
Spreewald  aus,  in  dessen  Mitte  die  Stadt  Lübben  liegt.
Der  obere  Teil  dieses  eigenartigen  Waldgebietes  ist  etwa  30  km
lang  und  12  km  breit,  während  unterhalb  Lübben  Länge  und
Breite  um  die  Hälfte  abnehmen.  Der  Spree  fehlt  es  in  dieser
Landschaft  an  Gefälle.  Sie  teilt  sich  deshalb  in  mehr  als  300
Wasseradern,  die  net#förmig  eine  weite  Niederung  durchfließen.
In  alter  Zeit  breitete  sich  hier  ein  undurchdringlicher  Bruch-Wald
  aus,  den  die  Wenden  zum  Zufluchtsort  nahmen,  als  sie
vor  den  Deutschen  nach  Osten  hin  weichen  mußten.  Die  Nach-