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mitten  der  käuenden  Herde,  der  Chausseegelderheber  im  einsamen
Waldhause,  der  Alte,  der  sich  auf  dem  Steinhaufen  der  Haustür  behaglich
  sonnt:  sie  alle  helfen  dabei  mit.  Die  Frauen  nähen  Lederbälge;
  die  kleinsten  Kinder  wenden  sie  bis  in  die  äußersten  Fingerspitzen
  um.  Größere  Kinder  füllen  die  Bälge  mit  Sägespänen.  Der
Sohn  taucht  Kopf  für  Kopf,  Bein  für  Bein,  Arm  für  Arm  in  eine
fleischharbene  dünnbreiige  Tunke,  Tag  für  Tag,  Woche  auf  Woche,
das  ganze  Jahr  hindurch.  Mechanisch  reiht  er  sie  darauf  in  niedrigen
  Holzkästen  aneinander;  dann  stehen  sie  auch  im  Sommer  rings
um  den  geheizten  Kachelofen  in  Gestellen  aufgetürmt  oder  prangen
auf  den  Fensterbrettern  längs  der  Hausfront  und  des  Gartenzaunes
im  Sonnenschein.

Sind  die  mit  Fleischfarbe  gesättigten  Köpfe  trocken,  so  tritt  der
Künstler  in  seine  Rechte.  Gewöhnlich  ist  auch  hier  alles  auf  geteilte
Arbeit  eingerichtet,  um  die  Fertigstellung  zu  beschleunigen.  Da  ist
der  eine  auf  kühn  geschwungene  Augenbrauen  gedrillt;  ein  anderer
malt  die  Augen,  ein  dritter  die  Kirschlippen  und  roten  Wangengrübchen,
  ein  vierter  zaubert  zwei  Reihen  weißschimmernder  Zähnchen
zwischen  die  schwellenden  Lippen.  Da  sitzen  Frauen  und  nähen  Hemdchen
  und  Wickelkissen,  stricken  Strümpfe  in  allen  Formen  und  Farben;
wieder  andere  fertigen  korbweise  die  niedlichen  Goldkäferschuhe  an.

An  jedem  Sonnabend  kommen  dann  im  Winter  und  Sommer
Männer  und  Frauen  mit  den  hochbeladenen  Schiebkarren  aus  dem
Gebirge  zur  Stadt  hinab,  den  Fleiß  ihrer  Hände  abzuliefern,  abzurechnen
  und  neue  Aufträge  entgegenzunehmen.  Vom  Morgen  bis
in  die  späte  Nacht  hinein  hat  die  ganze  Familie  emsig  zum  Erwerb
des  Notwendigsten  mitgeholfen.

In  den  geräumigen  Fabriksälen  der  Stadt  greift  nun  neue  Arbeit
  ein,  die  Puppe  immer  mehr  zu  vervollständigen.  Da  werden  die
einzelnen  Glieder  durch  Kugelgelenke  verbunden,  die  der  Puppe  alle
dem  Menschenkörper  abgelauschten  Bewegungen  möglich  machen.  Inzwischen
  sind  vollständige  Perücken  hergestellt.  Nun  kommen  die
Puppenköpfe  in  den  Saal,  wo  an  langen  Tischen  Mädchen  sitzen,
die  den  Köpfen  die  Perücken  aufkleben.  Arme,  Beine  und  Kopf
werden  nun  am  Balge  befestigt;  die  Puppe  wird  angezogen  oder
muß  sich  auch  mit  Hemd  und  Goldkäferschuhen  begnügen.  Dann
wird  sie  noch  mit  buntseidenen  Bändern  kreuzweise  verschnürt  und
in  einer  saubern,  in  der  Buchbinderei  der  Fabrik  angefertigten
Schachtel  eingesargt.

Bisher  haben  wir  nur  das  Gebiet  der  Puppenindustrie  durchstreift.
  Welche  Mannigfaltigkeit  tritt  uns  nun  erst  entgegen,  wenn