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wir  die  Arbeitsräume  der  andern  Fabriken  durchwandern,  die  sich
die  Herstellung  der  tausenderlei  bunten  Spielsachen  zur  Aufgabe  gestellt
  haben!  In  breiten  Buchstaben  prangt  dort  an  einem  vielfenstrigen
  dreistöckigen  Gebäude  die  Inschrift:  „Puppenmöbelfabrik.“
  Es  klingt  so  einfach.  Wer  aber  hineintritt,  wird  erstaunt
sein,  welche  Fülle  von  zierlichen  Kunstwerkchen  uns  hier  im  Packraum
  und  in  den  Mustersälen  erwartet.  Da  finden  wir  Einrichtungen
  für  die  Puppenstube  vom  schlichtesten  Bürgerheim  bis  zum
Fürstenzimmer.

Wem  ginge  das  Herz  nicht  auf,  wenn  er  in  die  Säle  tritt,
wo  die  vielen  Tiere  entstehen!  Löwen  und  Lämmer  halten  da  fried.
lich  Zwiesprache,  Elefanten  und  Kühe  begrüßen  sich  ehrbar,  Hund
und  Katze  hocken  einträchtig  nebeneinander.  Da  werden  die  Holzgestalten
  mit  Fellen  überzogen,  Hörner  aufgesetzt,  Beine  eingerenkt
und  Glasangen  von  täuschender  Lebendigkeit  eingesctzt.  Ist  das
Tier  fertig,  so  kommt  es  auf  ein  Gestell  mit  niedrigen  Rädern.
Die  Ziegen  erhalten  Metallglöckchen  an  buntem  Bande;  den  kurzgeschorenen
  Pudeln  überläßt  man  es,  durch  Geschick  und  Gelehrigkeit
sich  bei  den  Kleinen  beliebt  zu  machen.

Einc  andere  Fabrik  hat  sich  auf  die  Herstellung  ganzer  Heere
von  Zinnsoldaten  geworfen.  Alle  Waffengattungen  sind  vertreten:
Reiter  und  Fußgänger,  die  Artillerie  mit  ihren  Geschützen,  Proviant.
und  Sanitätskolonnen.  Der  Matrose  und  der  Marinesoldat  fehlen
ebensowenig  wie  der  dürftig  bekleidete  Neger  unserer  afrikanischen
Schutztruppe.  Wir  finden  da  „Buffalo-Bill“  mit  Indianern,  Zelten
und  ungesattelten  Präriepferden;  mittelalterliche  Ritter,  Lagerleben
und  Biwak,  Krieger  und  Helden  aller  Völker  und  Erdteile  sind
hier  vertreten.

Eine  gewisse  Bedeutung  haben  unter  den  Gegenständen,  die
den  Kleinen  zur  Lust  und  Augenweide  dienen  sollen,  in  den  letzten
Jahren  die  Zusammensetzspiele  gewonnen.  Indem  sie  das  Kind  zum
Nachdenken  anregen,  fördern  sie  zugleich  den  Sinn  für  Form  und
Farbe  und  bilden  darum  eine  Vorstufe  für  das  zukünftige  Lernen.
Nach  buntfarbigen  Vorlagen  werden  Bilder  zusammengesetzt.  Die
Herstellung  dieser  Sachen  fällt  der  Abteilung  für  Buchbinderei  zu.
Hier  werden  die  sechs  Seiten  der  Holzwürfel  bellebt,  scharf  abgeschnitten,
  geglättet  und  dann  sauber  mit  den  Vorlagen  in  passende
Schachteln  gepackt.  Hier  entstehen  auch  die  Festungen,  Theater  und
alles,  was  mit  Papier  und  Leimtiegel  verknüpft  ist.

Wie  oft  waren  diese  bunten  Sächelchen  Zeugen  bitterer  Not,
tiefen  Harms!  So  manche  Träne,  mancher  Seufzer  begleitete  das
Entstehen  einer  Puppe.  Aber  diese  will  nichts  davon  erzählen,  wenn