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sie  als  Liebling  in  den  Armen  des  kleinen  Mütterchens  ruht.  Mit
vollen  roten  Bäckchen  schaut  sie  die  Kleine  an  und  lächelt,  während
der  Christbaum  im  Schimmer  heller  Kerzen  festlich  das  behaglich
durchwärmte  Zimmer  erleuchtet.

220.  Der  deutsche  Kriegshafen  Kiel.

Von  Hermann  Rohwedder.

ähert  man  sich  mit  der  Bahn  der  schönen  Holstenstadt  Kiel,

so  erblidkt  man  schon  vor  der  Einfahrt  in  die  grobartige
neue  Bahnhofshalle  eine  Menge  hochragender  Masten.  Es  sind
Handelsschiffe,  die  vom  nahen  Hafen  herübergrüßen.  Ein
paar  hundert  Schritte,  und  wir  stehen  an  einem  schmalen  Wasser;
  es  ist  das  Südende  des  Kiceler  Hafens,  die  sogenannte
Hörn.  Hier  ist  der  Handelshafen.  Englische  und  deutsche
Schiffe  entladen  große  Massen  Kohlen.  Schwedische  Barken
löschen  Holz  und  stapeln  es  zu  haushohen  Bergen  auf.  Dänische,
  norwegische  und  russische  Schiffe  bringen  die  Erzeugnisse
ihrer  Länder.  Die  rauchenden  Schlote  und  die  ganz  aus  Eisen
und  Glas  bestehenden  riesigen  Hallen  am  rechten  Ufer  gehören
zur  Kruppschen  Werft.

Vor  uns  nordwärts  erweitert  sich  das  Wasserbecken  zu
dem  eigentlichen  Kriegshafen.  Um  ihn  näher  kennen  zu  lernen,
besteigen  wir  ein  Dampfboot.  In  einer  Länge  von  mehr  als
10  km  dehnt  sich  vor  unsern  Augen  der  schönste  Kriegshafen
  des  Deutschen  Reiches  aus.  Während  der  schmale  Handelshafen
  von  massigen  Häuserreihen  und  hochragenden  Schornsteinen
  umgeben  ist,  umsäumen  bewaldete  Hügel  und  blühende
Ortschaften  die  weiter  zurücktretenden  Ufer  des  Kriegshafens.
Auf  der  Mitte  der  Wasserfläche  fesselt  eine  Reihe  mächtiger
Kriegsschiffe  unsere  Blikke.  Dicke  Dampfwolken  entsteigen  den
grauen  Kolossen  und  kündigen  an,  daß  die  Flotte  wobl  heute
noch  den  Hafen  verlassen  wird,  um  sich  in  der  nähen  Ostsee
für  das  rauhe  Kriegshandwerk  zu  üben.  Majestätisch  hebt  sich
aus  der  ganzen  Linie  der  schneeweiße  Rumpf  eines  stolzen
Schiffes  ab:  es  ist  die  Hohenzollern,  das  prächtige  Kaiser--schiff.
  Die  Kaiserstandarte  im  Topp  des  Schiffes  zeigt  uns  an,
daß  Se.  Majestät  an  Bord  ist.  Nahe  dem  Ufer  ziehen  sich  in
langer  Linie  die  schmucken  Fahrzeuge  des  Kaiserlichen  Jachtklubs
  hin,  die  zur  Feier  des  Tages  bunten  Flaggenschmuck  angelegt
  haben.  Kleine  Dampfboote,  Pinassen  genannt,  eilen  von