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Schiff  zu  Schiff  und  vermitteln  den  Verkehr  zwischen  den
Kriegsschiffen  und  dem  Lande.  Die  Hafendampfer,  mit  einer
dichtgedrängten  Menge  Schaulustiger  besetzt,  umfahren  vorsichtig
  die  Reihe  der  Kriegsschiffe,  während  die  leichten  schmalen
Bocte  der  Rudervereine  wie  spielende  Delphine  durch  die  Flut
dahineilen.  Immer  neue  Kriegsschiffe  tauchen  vor  unsern  Augen
auf.  Unter  ihnen  fallen  uns  zwei  Schiffe  durch  ihre  abweichende
  Farbe  und  ihre  fremde  Flagge  auf.  Lustige  Musilk  tönt
uns  vom  Bord  des  einen  entgegen.  Es  sind  amerikanische
Kreuzer,  die  zum  Besuche  hier  weilen.  Der  Blumen-  und  Flaggenschmudt
  am  Oberdeck  des  größeren  Schiffes  deutet  an,  daß
die  fremden  Offiziere  ihren  Kameraden  von  der  deutschen  Marine
  ein  Fest  geben  wollen.

Doch  wenden  wir  unsern  Blick  wieder  den  Ufern  zu.  Zwischen
  den  Kronen  uralter  Linden  und  Buchen  lugen  schöne
Villen  und  vornehme  Paläste  hervor.  Hart  an  der  Grenze  des
Kriegshafens  erhebt  sich  das  ehrwürdige  Kicler  Schloß,  der
Sitz  des  Großadmirals,  des  Prinzen  Heinrich  von  Preußen.  Die
Düsternbroker  Allee  führt  zum  Admiralsgebäude,  in  dem  der
Hôchstkktommandierende  der  Kicler  Flottenstation  wohnt.  Dort
liegt  auch,  vom  schönsten  Grün  umschlossen,  das  Palais  des
Prinzen  Adalbert.  Von  diesem  Ufer  schaut  auch  ein  prächtiger
roter  Badssteinbau  auf  den  Hafen  hinaus;  es  ist  die  Marinehochschule,
  in  der  die  Secoffiziere  ihre  Ausbildung  empfangen.
Am  andern  Ufer  zeigen  hohe  Schornsteine  und  große  Arbeitsräume
  die  Kaiserliche  Werft  an,  auf  der  Kriegsschiffe  gebaut,
ausgebessert  und  ausgerüstet  werden.

Doch  was  für  schwarze  Fahrzeuge  sind  das,  die  durch  das
ohrenbetäubende  Geheul  ihrer  Dampfsirenen  unsere  Aufmerksameit
  auf  sich  ziehen?  Wie  eine  dampfende  schwarze  Masse,
in  der  man  das  einzelne  Fahrzeug  kaum  erkennt,  stürmen  sie
heran.  Es  sind  Torpedoboote,  jene  kleinen  Schiffe,  die  im
Kriege  lautlos  ihren  Gegner  beschleichen  und  ihm  durch  ihr
unterseeisches  Geschob  den  Untergang  bereiten.  Vor  ihrem
haarscharfen  Bug  treiben  sie  eine  mächtige  Schaumwelle  her,
schießen  pfeilschnell  an  uns  vorüber  und  steuern  in  den  nun
folgenden  breiteren  Teil  des  Kricgshafens  hinaus.  Bald  verschwinden
  sie  in  der  Wilcer  Bucht.  Am  Nordufer  dieser  kleinen
Bucht  erblicken  wir  gewaltige  Ufermauern  und  gleich  hinter
ihnen  auf  einem  kleinen  Hügel  einen  schlanken  Leuchtturm.
Hier  mündet  der  Kaiser-Wilhelm-Kanal  in  den  Hafen.  Eine
Reihe  stattlicher  Segler  wartet  vor  der  Mündung  auf  den