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Schlepper,  der  sie  durch  die  künstliche  Wasserstrabe  befördern
soll,  und  mehrere  große  Dampfer  hissen  die  Lotsenflagge.

Wir  nähern  uns  dem  Ausgange  des  Kriegshafens.  Schon
aus  der  Ferne  erkennen  wir  in  seiner  Nähe  eine  Reihe  massiger
Gebäude.  Es  sind  die  Kasernen  der  Festung  Friedrichsort,  dic
als  starke  Brustwehr  im  Verein  mit  mehreren  andern  Forts
den  Hafen  schützen  soll.  Hier,  wo  die  Ufer  des  Hafens  sich
die  Hand  zu  reichen  scheinen,  steht  auf  einer  flachen  Sandbank
nahe  der  westlichen  Küste  ein  zweiter  Leuchtturm;  er  ist  den
Schiffen  in  Friedenszeiten  ein  sicherer  Wegweiser  in  den  schützenden
  Hafen.  Hunderte  von  Kanonen  scheinen  auf  uns  gerichtet
  zu  sein,  während  wir  durch  die  enge  Einfahrt  auf  die
Ostsee  hinaussteuern.  Von  den  Höhen  der  Ufer,  die  nun  auf
beiden  Seiten  immer  weiter  zurückweichen,  starren  uns  ebenfalls
  zablreiche  Feuerschlünde  entgegen.  Wehe  dem  feindlichen
Schiffe,  das  versuchen  wollte,  mit  Gewalt  die  Einfahrt  in  den
Hafen  zu  erzwingen!

221.  ls  Schiffsjunge  zur  Kaiserlichen  Marine.

Allahrlic  in  der  ersten  hälfte  des  Monats  Oktober  werden  in  Friedrichsort
  bei  Kiel  auf  dem  alten  Hanzerschiffe  „König  Wilhelm“
die  Schiffsjungen  der  Uaiserlichen  Marine  eingestellt.  Dann  kommen
sie  aus  allen  Gauen  des  deutschen  Vaterlandes  in  kleinen  und  großen
Trupps.  Sast  jeder  Personenzug  bringt  um  diese  Seit  eine  Knzahl
Jungen  mit,  die  auf  dem  Bahnhofe  von  Unteroffizieren  in  Empfang
genommen  werden.  Im  ganzen  werden  alljährlich  850  eingestellt.
„Schiffsjungen  hier  antreten!“  ruft  der  Bootsmannsmaat,  und
in  kürzester  Seit  stehen  sie  auf  dem  Bahnsteig  in  Reih'’  und  GElied,
wie  sie  es  schon  in  der  Turnstunde  daheim  gelernt  haben.  Eine  bunte
besellschaft!  Der  Junge  der  Großstadt  mit  moderner  Kleidung,  der
Sögling  des  Militärwaisenhauses  in  seiner  Soldatenuniform,  der  Junge
vom  Dorf  in  seinem  einfachen  A#nzuge,  alle  mit  Gepächstüchen  der
verschiedensten  Art  in  der  hand.  Im  CLederhkoffer,  in  bunt  gestichter
altmodischer  Reisetasche,  in  Spankörben,  holz=  und  Dapphasten  oder
auch  nur  im  einfachen  bunten  Taschentuch  tragen  die  Jungen  ihre
geringen  habseligkeiten  bei  sich.  Lebenslust  blitzt  ihnen  aus  den
AKugen,  und  überall  sieht  man  frohe  Gesichter;  denn  es  sind  Freiwillige,
  die  gern  und  freudig  in  ihren  neuen  Beruf  eintreten.  „Rechtsum,
  bteilung  marsch!“  Kommandiert  der  Bootsmannsmaat,  nachdem
er  die  häupter  seiner  Cieben  gezählt  hat,  und  eilig  geht  es  zum
hafen,  wo  reges  Leben  und  Treiben  herrscht.  Sum  ersten  Male  sehen