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gleich  einem  vorgeschobenen  Fort  für  die  deutsche  Flotte  den  Seeweg
  von  der  Kanalmündung  in  der  Elbe  bis  nach  dem  Jadebusen,
nach  dem  Kriegshafen  Wilhelmshaven.

Außer  der  militärischen  Bedeutung  hat  der  Kanal  aber  auch
einen  großen  wirtschaftlichen  Wert.  Die  Fahrt  zwischen  den  Hafenplätzen
  an  der  Nord=  und  Ostsee  wird  wesentlich  verkürzt.  Die
Wegkürzung  für  Schiffe,  die  aus  der  Nordsee  nach  Häfen  östlich  von
Rügen  fahren,  beträgt  bis  45  Stunden.

Diese  Zeitersparnis  kommt  indessen  nicht  allein  in  Betracht.
Ein  großer  Teil  der  Schiffe,  die  früher  den  Weg  um  Kap  Skagen
nahmen,  benuht  jetzt  den  Kanal,  weil  die  Fahrt  um  das  Kap
Skagen,  die  Nordspitze  Dänemarks,  so  gefahrvoll  ist,  daß  die  Versicherungen
  für  sie  besonders  hohe  Prämien  fordern.  In  den  Jahren
  1858  bis  1885  gingen  auf  diesem  „Kirchhof  der  Schiffe"
6316  Fahrzeuge  in  Sturm  und  an  Riff  elend  zugrunde.

Für  die  Mündungen  boten  sich  von  selbst  auf  der  Ostseite  die
herrliche  Kieler  Bucht  mit  dem  trefflich  geschirmten  Kriegshafen,  auf
der  Westseite  die  breite  und  tiefe  Elbmündung.  Zwischen  diesen
beiden  Endpunkten  führt  der  Kanal  in  einer  Längenausdehnung  von
98,6  km,  die  von  den  Schiffen  in  zehn  bis  höchstens  dreizehn  Stunden
  zurückgelegt  werden.  Auf  der  ganzen  Strecke  ist  die  Fahrt
durch  keine  Schleuse  unterbrochen;  nur  an  beiden  Mündungen  mußten
  wegen  Ebbe  und  Flut  in  der  Elbmündung  und  wegen  des  zuzeiten
  wechselnden  Wasserstandes  der  Ostsee  großartige  Schleusenwerke
  angelegt  werden.

Wie  doch  die  Hand  des  Menschen  eine  Gegend  zu  verändern
vermag!  Eine  weite  grüne  Talfläche  war  es  einst,  in  der  bei
Holtenau  der  schmale  alte  Eiderkanal  der  Kieler  Förde  zufloß.
Heute  steigt  an  der  gleichen  Stelle  der  mächtige  Bau  der  Ostschleuse
des  neuen  Kanals  empor,  weit  überragt  von  dem  prächtigen  Einfahrtsleuchtturm,
  umgeben  von  zahlreichen  Dienstgebäuden,  von  einer
jungen  schmucken  Ortschaft.

Bis  unfern  Rendsburg  stimmt  die  neue  Wasserstraße  im  allgemeinen
  mit  dem  Lauf  des  alten  Eiderkanals  überein.  Dann  zieht
sich  der  Kanal  an  immer  höher  aufsteigenden  Uferwänden  entlang,
bis  der  kühn  geschwungene  Bogen  der  Brücke  bei  Levensau  in
Sicht  kommt,  auf  der  die  Bahn  und  die  Landstraße  Kiel-Eckernförde
den  Kanal  überschreiten.

Die  alte  Stadt  Rendsburg  ist  der  Hauptort  am  Kanal.
Unweit  Rendsburg  beginnt  das  große  Moorgebiet,  das  dem  Kanal-=bau
  die  allergrößten  Schwierigkeiten  bereitet  hat.  Das  nächste  große