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seeischen  Ländern  außerordentlich  bedeutend  ist.  Deutschland  war  aber
ganz  auf  fremde  Kabellinien  angewiesen,  ein  Übelstand,  der  sich
immer  fühlbarer  machte  und  dazu  drängte,  eigene  überseeische  Kabel
anzulegen.

Der  deutschen  Reichspostverwaltung  gelang  es,  bald  einen  guten
Schritt  vorwärtszukommen.  Km  1.  Januar  1897  hbonnte  bereits
eine  unterseeische  Derbindung  mit  Spanien  —  ein  2060  km  langes
Kabel  von  Emden  nach  Digo  —  in  Betrieb  gesetzt  werden.  Zuerst
wurde  beabsichtigt,  dieses  Kabel  nach  der  nordamerikanischen  Uüste
weiterzuführen.  Da  aber  der  Derkehr  auf  dem  Uabel  so  anwuchs,
daß  eine  Vollbelastung  bald  in  Kussicht  stand,  entschloß  man  sich,  eine
besondere  neue  Kabellinie  nach  Amerika  zu  legen.

Um  diesen  Plan  auszuführen,  bildete  sich  die  Deutsch-Atlantische
  Telegraphengesellschaft  in  Cöln.  Es  wurde  zunächst
eine  besondere  Expedition  ausgerüstet,  um  die  Tiefe  und  Beschaffenheit
  des  Meeresbodens  genau  festzustellen.  Das  war  notwendig,  um
für  die  Richtung  der  Nabellinie  und  die  gute  Lagerung  des  Nabels
einen  sichern  Anhalt  zu  gewinnen  und  um  die  erforderliche  Länge  des
Kabels  zu  ermitleln.  Die  Meerestiefe  ist  an  den  einzelnen  Stellen
nicht  nur  sehr  verschieden,  sondern  sie  wechselt  auch  oft  plötzlich.
Solche  Bodensenkungen  stellen  aber  an  die  Festigkeit  eines  Kabels  zu
hohe  Ansprüche  und  müssen  daher  vermieden  werden.

Die  für  das  Kabel  ausgehundete  Richlungslinie  führt  von  Emden
  über  die  Insel  Borkum  durch  die  Nordsee,  den  Kanal  und  den
Atlantischen  Ozean  nach  Horta  auf  den  portugiesischen  KRzoren,  von
da  in  gerader  Linie  durch  den  westlichen  Teil  des  RKtlantischen  Ozeans
nach  Ueuyork.  Die  herstellung  des  Nabels  wurde  einer  englischen
Cesellschaft  übertragen,  da  deutsche  Unterseehabelfabriken  noch  nicht
bestanden;  indessen  wurde  alles  Material,  soweit  es  deutsche  Fabriken
liefern  konnten,  aus  Deutschland  bezogen.

Ein  Unterseehabel  ist  im  Grunde  nichts  anderes  als  ein  isolierter
Leitungsdraht,  wie  wir  ihn  bei  jeder  elehtrischen  Klingelanlage  in
unsern  häusern  sehen.  Aber  seine  Derwendung  und  zuhünftige  Lage  im
Meerwasser  erfordern,  daß  ein  Kabel  besonders  haltbar  hergestellt  wird.

Es  besteht  nämlich  aus  zwei  Teilen,  der  inneren  Ader  oder  Seele
und  der  äußeren  Schutzhülle,  auch  Bewehrung  genannt.

Die  Leitungsader  des  Kabels  bildet  ein  Kupferdraht  oder  eine
Kupferlitze.  zur  Isollerung  dienen  drel  Schichten  bester  Guttapercha,
abwechselnd  mit  drei  Schichten  einer  Mischung  von  Holzteer,  Guttapercha
  und  harz.

In  Uiefen  bis  zu  1000  Saden  (=  1  Seemeile  —  1852  m)
sind  die  Kabel  den  K#ngriffen  einer  kleinen  Bohrmuschel  ausgesetzt,