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Viele  deutsche  Badegäste,  die  vor  1890  Helgoland  besuchten,
haben  den  Wunsch  gehegt,  daß  das  schöne  Eiland  mit  seinen  biedern
Bewohnern  dem  deutschen  Vaterlande,  zu  dem  es  naturgemäß  gehört,
  wiedergewonnen  werden  möchte.  Einer  dieser  Vaterlandsfreunde
  war  der  deutsche  Dichter  Heinrich  Hoffmann  von  Fallersleben.
  Ihm  hat  man  im  Jahre  1891  aduf  der  Insel,  wo  er  50
Jahre  früher  das  herrliche  Lied  „Deutschland,  Deutschland  über
alles“  gedichtet  hat,  ein  einfaches  Denkmal  errichtet.  Unserm
Kaiser  aber  wollen  wir  freudig  danken,  daß  er  durch  seine  Bemühungen
  die  Insel  Helgoland  dem  deutschen  Vaterlande  ohne
Kampf  und  Blut  wiedererworben  hat.

228.  Der  Dortmund-Ems-Kanal.  ##  Max  preif.

Der  Dortmund-Ems-Kanal  ist  eine  künstliche  Wasserstraße,  die  bei
der  alten  Hansestadt  Dortmund  beginnt  und  bei  Emden  endigt.
Er  verbindet  das  industriereiche  westfälische  Kohlenbecken  mit  der
Nordsee  und  dient  der  Industrie,  dem  Bergbau  und  der  Landwirtschaft
  Westfalens  und  der  angrenzenden  Landesteile  als  Ausfuhrweg
für  ihre  Erzeugnisse  in  andere  Provinzen  und  Länder.  Ebenso  vermittelt
  er  aber  auch  die  Einfuhr  von  Gütern,  z.  B.  von  Kolonialwaren
  aus  andern  Erdteilen,  von  Eisenerzen  aus  Schweden,  von
Gruben=  und  Nutzhölzern,  Getreide  und  Mühlenerzeugnissen  aus
den  östlichen  Provinzen  Preußens.  Nicht  nur  dem  Fernverkehr  dient
indes  dieser  neue  Wasserweg,  sondern  er  bietet  auch  Gelegenheit,
Baumaterialien,  Brennstosse,  Kulturboden,  Düngemittel  und  Stückgüter
  aller  Art  zwischen  den  an  ihm  gelegenen  Orten  und  Landesteilen
  leicht  und  billig  zu  befördern.

Der  Wasserspiegel  des  Kanals  liegt  in  dem  Teile,  der  bei
Dortmund  beginnt,  etwa  70  m  über  der  Nordsee.  Die  Schiffe
müssen  daher  auf  ihrer  Fahrt  zur  Nordsee  70  m  hinabsteigen.
Das  wird  durch  ein  mächtiges  Hebewerk  und  durch  17  Schleusen
ermöglicht.  Der  Kanal,  dessen  Gesamtlänge  einschließlich  der  kanalisierten
  Ems  etwa  270  km  beträgt,  wird  durch  diese  Bauwerke  in
19l  treppenartige  Stufen  zerlegt,  die  Staustufen  oder  Haltungen  genannt
  werden.  In  jeder  der  Haltungen  ist  der  Wasserspiegel  annähernd
  wagerecht.  Das  zur  Kanalspeisung  erforderliche  Wasser
wird  durch  mehrere  Bäche  und  zwei  Pumpwerke  dem  Kanal  zugeführt.

Die  Mindesttiese  des  Kanals  beträgt  2,50  m,  seine  Breite  im
Wasserspiegel  30  m.  Die  größten  Schiffe,  die  auf  ihm  verkehren,
sind  67  m  lang  und  8,2  m  breit;  sie  können  bei  einem  Tiefgange