von  2  m  etwa  750  t  laden.  Um  diese  Fracht  auf  einer  Eisenbahn
fortzuschaffen,  würden  75  Güterwagen  oder  zwei  Güterzüge  notwendig
  sein.  Die  Frachtschisse  werden  von  Schleppdampfern  oder
von  Pferden  gezogen.  Für  die  Pferde  dienen  Leinpfade  an  beiden
Ufern  des  Kanals  als  Weg.  Die  größte  zulässige  Geschwindigkeit
beträgt  für  Frachtschiffe  5  km  in  der  Stunde;  sie  können  mithin  die
Fahrt  von  Dortmund  nach  Emden  in  4  bis  5  Tagen  zurücklegen.
Die  Dortmunder  Haltung  endigt  bei  dem  Orte  Henrichenburg,
  wo  der  Abstieg  in  die  14  m  tiefer  liegende  Kanalhaltung
Herne-Münster  erfolgt.  Die  Schiffe  müssen  hier  um  die  Höhe  eines
vierstöckigen  Wohnhauses  hinabgelassen  oder  gehoben  werden,  je
nachdem  sie  auf  der  Fahrt  von  Dortmund  nach  Münster  oder  in
umgekehrter  Fahrrichtung  begriffen  sind.  Das  geschieht  durch  das
Hebewerk,  ein  staunenswertes  Denkmal  deutschen  Erfindungsgeistes
und  deutscher  Baukunst.  Zwei  mächtige  Tore,  von  denen  das  eine
die  obere  Haltung,  das  andere  die  untere  Haltung  des  Kanals  abschließt,
  unterbrechen  die  Wasserstraße  auf  eine  Länge  von  70  m.
Innerhalb  dieser  Tore  sind  turmhohe  eiserne  Führungsgerüste  eingebaut,
  zwischen  denen  ein  Wassertrog  von  70  m  Länge,  10,5  m
Breite  und  3  m  Höhe  auf  und  nieder  bewegt  wird.  Dieser  riesenhafte
  Trog  ist  bis  zur  Tiefe  von  2,5  m  mit  Wasser  gefüllt  und
dient  dazu,  die  Schiffe  aus  dem  Fahrwasser  des  Kanals  aufzunehmen
  und  von  der  einen  Haltung  in  die  andere  zu  befördern.  Die
beiden  Querwände  des  Troges  werden  durch  bewegliche  Tore  gebildet,
  die  den  Schiffen  die  Ein=  und  Ausfahrt  ermöglichen.  Soll  nun
ein  von  Dortmund  kommendes  Schiff  in  die  Kanalhaltung  Herne-Münster
  hinabgelassen  werden,  so  fährt  der  Trog  an  die  obere
Haltung  Dortmund  an.  Sobald  sein  Wasserspiegel  die  Höhe  des
Wasserspiegels  in  dieser  Haltung  erreicht  hat,  wird  das  Tor  des
Troges  zugleich  mit  dem  Kanaltore  durch  elektrische  Kraft  geöffnet.
und  das  Schiff  fährt  in  den  Trog  ein.  Dann  schließen  sich  beide
Tore  wieder,  und  der  Trog  wird  mit  dem  Schiffe  langsam  in  die
Tiefe  hinabgelassen,  bis  der  Wasserspiegel  im  Troge  mit  dem  in  der
unteren  Kanalstrecke  gleich  ist.  Jetzt  öffnen  sich  die  auf  dieser  Seite
befindlichen  Tore  und  ermöglichen  es  dem  Schiffe,  aus  dem  Troge
in  die  Kanalhaltung  Herne-Münster  einzufahren.  In  entsprechender
Weise  werden  die  Schiffe,  die  von  Münster  nach  Dortmund  fahren
wollen,  von  der  unteren  Kanalhaltung  nach  der  oberen  hinaufgehoben.
Dieser  Vorgang  scheint  sehr  einfach  zu  sein;  wenn  man  aber
bedenkt,  daß  der  gefüllte  Wassertrog  samt  allem  Eisenwerk,  mit
dem  er  auf  und  nieder  geht,  3100  t  wiegt,  so  muß  man  stannend
fragen,  wie  es  möglich  ist,  eine  so  ungeheure  Last  leicht  und  sicher