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zu  heben  und  zu  senken.  Eine  sehr  sinnreiche  Einrichtung,  die
bis  jetzt  einzig  in  der  Welt  dasteht,  hat  dies  ermöglicht.  In  der
zwischen  den  beiden  Kanaltoren  angeordneten  Trogkammer  sind  fünf
Brunnen  hintereinander  abgesenkt,  von  denen  jeder  30  m  tief  ist.  In
dem  Wasser  dieser  Brunnen  schwimmt  je  ein  eiserner,  mit  Luft  gefüllter
  Hohlzylinder  von  gewaltiger  Größe.  Auf  diesen  fünf  Schwimmern
ruht  der  Wassertrog  mittels  eiserner  Träger  und  Gitterpfeiler.  Der
Auftrieb  oder  die  Tragfähigkeit  der  Schwimmer  ist  genau  so  groß  wie
das  Gewicht  des  gefüllten  Wassertroges  mit  allem  dazugehörigen
Eisenwerk.  Es  bedarf  daher  nur  einer  verhältnismäßig  geringen

aft,  um  den  Trog  von  oben  nach  unten  oder  von  unten  nach  oben
zu  bewegen.  Diese  Kraft  wird  in  einem  nahe  am  Kanalufer  gelegenen
  Maschinenhause  durch  Dampfmaschinen  erzeugt  und  durch  elektrische
  Maschinen  auf  vier  mächtige  Schraubenspindeln  übertragen.
Das  Heben  oder  Senken  eines  Schiffes  einschließlich  der  Ein=  und
Ausfahrt  dauert  etwa  15  Minuten,  so  daß  täglich  40  bis  50
Shile  von  der  einen  Kanalhaltung  in  die  andere  befördert  werden
önnen.

Die  unterhalb  des  Schiffshebewerkes  beginnende  Staustufe
Herne-Münster  ist  wegen  der  vielen  Kunstbauten,  die  auf  dieser
Strecke  aufgeführt  werden  mußten,  besonders  sehenswert.  Das  Vetr
des  Kanals  wird  hier  über  drei  Landstraßen  und  über  die  drei
Flüsse  Emscher,  Lippe  und  Stever  hinweggeführt.  Zur  Überspannung
  dieser  Straßen  und  Flüsse  sind  Kanalbrücken  errichtet,  stolze
Bauwerke,  die  sich  durch  die  Großartigkeit  und  Wucht  ihrer  For
men  auszeichnen.  Dicht  an  der  Üüberführung  des  Kanals  über  die
Lippe  liegt  ein  großes  Pumpwerk,  das  durch  vier  Dampfpumpen  in
einer  Minute  etwa  200  chm  Wasser  aus  der  Lippe  in  den  Kanal
heben  kann.  Diese  Einrichtung  wird  dann  benutzt,  wenn  die  in  den
Kanal  mündenden  Bäche  ihn  nicht  mehr  genügend  mit  Wasser  versorgen.
  .

g  Aus  der  Staustufe  Herne-Münster,  nicht  weit  von  Münster,
führt  eine  große  gemauerte  Schleuse  in  die  sogenannte  Mittellandhaltung.
  Diese  überschreitet  die  Ems  in  einer  Höhe  von  14  m
mittels  einer  Kanalbrücke,  die  gleichfalls  durch  die  Mächtigkeit  und
Schönheit  ihrer  Bauart  bemerkenswert  ist.  Der  Mittellandhaltung
schließen  sich  noch  sechs  weitere  Haltungen  an,  bevor  der  Kanal
oberhalb  der  Stadt  Lingen  die  Ems  erreicht.  Er  verläßt  das  Flußbett
  indessen  schon  bald  wieder  und  vereinigt  sich  erst  bei  Meppen
dauernd  mit  dem  Stromlaufe  der  Ems,  die  von  hier  aus  durch
Einbau  von  Wehren,  Schleusen  und  Buhnen  kanalisiert  und  für  die
Schiffahrt  drauchbar  gemacht  ist.