In  den  Haltungen  Dortmund,  Herne-Münster  und  in  der
Mittellandhaltung  dienen  zum  Schutze  des  Kanals  und  der  angrenzenden
  Landstriche  sieben  sogenannte  Sicherheitstore,  durch  die  im
Fall  eines  Dammbruches  einzelne  Kanalstrecken  abgesperrt  werden
können.  Nahezu  200  Brücken  mußten  errichtet  werden,  um  die
Wege  und  Eisenbahnen,  die  der  Kanal  krenzt,  über  ihn  hinwegzuführen.
  Zahlreiche  Bauwerke  waren  außerdem  ersorderlich,  um
die  vielen  Gräben  und  Bäche,  die  vom  Kanal  durchschnitten  werden,
unter  ihm  hindurchzuführen.  Die  Kosten  des  Kanals  beliefen  sich
auf  etwa  80  Millionen  Mark.

Große  Hafenanlagen  besitzen  Dortmund,  Herne,  Münster,  Papenburg,
  Leer  und  Emden,  während  kleinere  Häfen  in  großer  Auzahl
  an  dem  ganzen  Kanal  hin  verteilt  sind.

Eine  Fahrt  auf  dem  Kanal  in  nördlicher  Richtung  bringt  uns
aus  dem  belebten  Ruhrkohlenbecken  in  das  stille  Münsterland  mit
seinen  Wallhecken  und  zerstreut  liegenden  Gehösten.  Im  Kreise
Tecklenburg  führt  uns  die  künstliche  Wasserstraße  durch  die  hügeligen
  Ausläufer  des  Teutoburger  Waldes.  In  der  Provinz  Hannover
  schweift  unser  Blick  über  große  Torfmoore  und  saftige  Wiesen,
und  im  Hafen  von  Emden  begrüßen  wir  die  siattlichen  Schiffe,  die
sich  zur  weiten  Seefahrt  rüsten.

220.  Der  Winter  im  Riesengebirge.  von  walter  brehler.

Wenn  die  mondklaren  kalten  Ohtobernächte  herangekommen  sind,
wenn  das  Goldgelb  und  Braun  der  Buchen  und  das  flammende
Rot  des  Ebereschenlaubes  den  dunkelgrünen  Sichtenwald  durchleuchten,
dann  zeigt  sich  der  Gebirgswald  in  seiner  höchsten  Pracht.  Setzt  nun
trübes  Wetter  ein,  sinkt  die  Temperatur  weiter,  so  bleibt  das  ganze
Gebirge  tage-  bis  wochenlang  in  einen  dichten  Wolkenschleier  gehüllt.
Endlich  lüftet  sich  der  Schleier,  die  Jonne  dringt  durch,  und  mit  einem
Male  liegt  das  ganze  Eebirge  in  seiner  mächtigen  Kusdehnung  vor
uns,  mit  Schnee  bedeckt.  Kber  dieser  erste  Schnee  ist  nicht  immer  von
Dauer.  Oft  steigt  die  Temperatur  wieder,  und  warme  Regengüsse
machen  den  blendenden  Ueuschnee  wieder  zu  Wasser,  wodurch  die
Wildbäche  anschwellen  und  prächtige  Wasserfälle  bilden.  ZKber  im
Oktober  setzen  dann  in  der  Regel  die  großen  Schneefälle  mit  voller
Wucht  ein,  und  im  Lebruar  ist  das  Gebirge  unter  einer  im  Durchschnitt
  11  bis  2  m  dichen  Schneeschicht  begraben.  Im  Westen  des
Gebirges  und  auf  der  böhmischen  Seite  ist  die  Schneedeche  fast  stets