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noch  dicher.  Sie  erreicht  dort  oft  eine  Mächtigkeit  von  4  bis  5  m,  so
daß  die  hleinen  „Bauden“,  die  höchsten  Menschenansiedlungen  im  Gebirge,
  tief  im  Schnee  vergraben  sind.

Jetzt  ist  es  die  richtige  Seit,  um  mit  dem  Rodelschlitten  oder  den
Schneeschuhen  hinaufzuziehen.  Oben  auf  dem  Kamme  liegt  eine  langgestrechte
  Wolke,  die  „Sturmwolke"“.  Im  Walde  ist  es  ganz  still,
nur  von  oben  tönt  ein  fernes  Brausen  wie  von  der  Brandung  des
Meeres.  Unter  der  schweren  Schneelast  hangen  die  äste  der  Sichten
tief  hernieder;  oft  löst  sich  eine  solche  Masse  und  stürzt  herab,  wobei
eine  Wolke  von  Schneestaub  durch  den  Wald  zieht.  Schwache  Bäume
werden  von  der  Schneelast  tief  gebeugt,  oft  so  weit,  daß  der  Eipfel
die  Schneedeche  berührt,  die  ihn  dann  festhält  bis  zur  Schneeschmelze.
So  sieht  man  im  Walde  viele  im  halbkhreis  gebogene  Stämme.  Die
jungen  Buchen  behalten  oft  auch  im  Jommer  diese  Form.  Wildfährten
lieht  man  wenig;  hirsche  und  Rehe  sind  hinabgezogen  in  die  Uähe  der
Dorfschaften,  wo  der  Schnee  nicht  so  tief  ist.  Aber  die  Fährten  von
uchs,  Marder,  Eichhörnchen  und  hermelin,  von  Zuer=  und  Birkhahn
sieht  man  öfters.  Hier  läuft  eine  Spitzmaus  über  die  Schneedeche,
dort  zwilschern  Hauben-  und  andere  Meisen  im  tiefverschneiten  Gebüsch,
und  oben  springt  ein  kohlschwarzes  Eichhorn  hinter  einem  fuchsroten
durch  die  äste,  wobei  große  Schneehlumpen  herniederstürzen.

Man  steigt  immer  höher  und  steht  schliehlich  im  Urwald.  Seltsame
  Nebelgebilde  jagen  durch  die  noch  seltsameren  Eis=  und  Schneegebilde,
  in  die  sich  die  Fichten  verwandelt  haben.  Wle  aus  Eisblöchen
gemauerte  Türme  stehen  diese  Riesen  da,  und  mächtig  braust  der
Schneesturm  zwischen  ihnen  dahin,  hier  und  da  ein  Opfer  fordernd,
denn  die  mit  vielen  Sentnern  belasteten  Bäume  sind  nicht  immer  seiner
Wucht  gewachsen.

Endlich  ist  man  auf  der  Hochfläche,  dem  Kamm  des  GEebirges.
Mit  furchtbarer  Gewalt  rast  der  Sturm  einher  und  müht  sich,  den
Wanderer  in  einen  der  Abgründe  zu  schleudern.  Da  heißt  es,  fest  zu
sein  an  Muskeln  und  Willenshraft,  wenn  man  bei  14  bis  20  Grad
Kälte  dem  Schneesturm  eine  Weile  standhalten  soll.  Bald  ist  ja  in
der  Regel  das  schützende  Obdach  der  großen  Mammgasthöfe,  die  noch
den  Namen  „Baude“  tragen,  erreicht.  Oft  aber  ist  man  genötigt,
stundenlang  auszuhalten,  und  da  muß  man  gut  mit  Kleidung  versehen
sein  und  darf  die  „Stangenmarkierung“  nicht  verlieren,  die  die  bewohnten
  Stätten  des  hochgebirges  miteinander  verbindet.  Sast  jeder
Winter  fordert  einige  Opfer.

Aber  nicht  immer  herrscht  das  schlechte  Wetter.  häufig  sind  auch
die  frostklaren,  windstillen  Tage,  und  dann  ist  es,  als  käme  man  in
eine  Märchenwelt.  So  zeitig  wie  möglich  begibt  man  sich  hinauf,  um