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hochoben  im  schweigenden  Minterwald  den  Sonnenaufgang  zu  genießen.
  Noch  ist  das  Strahlengestirn  nicht  hinter  dem  Kamm  hervorgekommen.
  Der  Wald  steht  da  wie  ein  Sauberschloß  aus  bläulich
schimmerndem  Marmor.  Kuf  einmal  erglüht  die  Spitze  des  gegenüberliegenden
  Bergrüchens  in  einem  blendenden  Rosenlicht.  Immer
tiefer  fluten  die  rosigen  TLichtströme  über  die  Gebirgswände  herab,
bis  man  plötzlich  mitten  in  ihnen  steht,  wie  umflutet  von  Feuerwogen.
  Und  nun,  nachdem  man  dieses  unvergeßliche  Schauspiel  lange
genug  genossen,  weiter  hinauf  zum  Kamme!  Weithin  erstrechen  sich
die  hochflächen  in  ihrer  fleckenlosen  Hülle.  Jetzt  schnell  die  Schneeschuhe
  angeschnallt,  die  man  bisher  hinter  sich  hergezogen  hatte,  und
pfeilschnell  saust  man  über  die  mehr  oder  weniger  geneigten  hänge
hinab,  schreitet  dann  wieder  an  einer  andern  Gebirgswand  hinan,
um  jenseits  wieder  jauchzend  auf  den  langen  Brettern  abzufahren.
Das  ist  ein  wundewolles  Dergnügen;  es  stählt  Körper  und  Seele,
wenn  es  nicht  in  Ubertreibung  ausartet.

Der  Schneeschuh  ist  ein  Derkehrsmittel.  Der  Briefträger  durchquert
  das  Eebirge  auf  Schneeschuhen,  ebenso  der  Sorstmann.  Die
Kinder  gleiten  in  Schneeschuhen  zur  Schule,  da  sie  auf  andere  Grt
im  tiefen  Schnee  nicht  vorwärts  kommen  hönnten.

Schön  ist  aber  auch  die  Zbfahrt  auf  den  kleinen  Rodelschlitten
vom  Gebirgskamm  zu  Tal.  Zwei  bis  drei  Stunden  hat  man  nötig,
um  von  den  Städten  und  Dörfern  auf  die  Kammhöhe  zu  gelangen,
und  in  zehn  bis  zwanzig  Minuten  saust  man  hinab.  Hunderte  und
Tausende  von  Fremden  machen  sich  dieses  Dergnügen  im  Winter.  zber
mit  dem  Schlitten  ist  man  immer  an  die  gepflegten  Bahnen  gebunden,
während  man  auf  Schneeschuhen  ganz  unabhängig  ist  und  das  herz
des  tiefverschneiten  Waldes,  die  tiefsten  geheimnisvollen  Gründe,  den
Winter  selbst  in  seinen  reichgeschmüchten  Saubergemächern  aufsuchen
kann.

Oft  ändert  sich  das  Wetter  im  Winter  sehr  schnell.  Man  steigt
bei  schönstem  Wetter  bergan,  und  in  kurzer  Seit  ist  ein  Unwetter  losgebrochen.
  Man  steigt  in  dichtem  Nebel  empor  und  hommt  weiter
oben  völlig  aus  ihm  heraus  in  das  klarste  Sonnenlicht,  so  daß  der
schimmernde  Kamm  wie  eine  lange  Insel  daliegt,  zu  beiden  Seiten  umbrandet
  von  einem  sich  bis  an  den  Horizont  erstrechenden  Wolkenmeere.
Dann  ist  ein  Sonnenuntergang  von  unbeschreiblicher  Erhabenheit.

Bis  Ende  März  dauert  gewöhnlich  der  Gebirgswinter.  Wenn
das  Ual  bereits  schneefrei  ist  und  von  Frühlingslüften  durchweht  wird,
herrscht  oben  noch  der  Winter  in  voller  Majestät.  Aber  bald  muß
auch  er  von  seinem  Throne  steigen.  Die  Sonne  ist  zu  stark  geworden,
und  ihre  Strahlen  setzen  der  Schneedeche  hart  zu.  Der  schwüle  Hauch