Aus  Deutschlands  Kolonialgebieten.

234.  Land  und  Leute  im  Agugebirge  Mitteltogos.
Von  K.  Fies.

Hiwa-  120  Kilometer  landeinwärts  von  Lome  liegt  das  abgesonderte

  Agugebirge.  Von  der  Hauptkette  aus  betrachtet,  gleicht  es
einem  riesigen  Sarge,  der  grau  und  einförmig  aus  der  Ebene  emporsteigt.
  Erst  in  der  Nähe  erkennt  man,  daß  die  Seiten  von  liefen
  Schluchten  durchfurcht  sind,  über  denen  steile  Gipfel  sichtbar
werden.  Die  bedentendste  Höhe  ist  die  Baumannspitze,  die  mit
ihren  980  Metern  die  größte  Erhebung  Mitteltogos  bildet.  Das
Pflanzenkleid  der  oberen  Teile  ist  ziemlich  dürftig;  dagegen  weisen
die  zahlreichen  Bachläufe  und  engen  Täler  einen  prächtigen  Baumschmuck
  auf,  und  den  Fuß  des  Gebirges  umgürten  die  üppigen
Hirse.,  Mais=  und  Yamspflauzungen  der  Neger.  Togo  ist  im  ganzen
  ein  wasserarmes  Land;  am  Agu  mangelt  es  jedoch  nirgends  an
Quellen  und  an  flieüendem  Wasser,  da  die  mit  Feuchtigkeit  beladenen
  Süd=  und  Westwinde  hier  ihren  Regen  ergießen.  Die  auf  dem
Gebirge  entspringenden  Bäche  schlängeln  sich  in  vielen  Windungen
zur  Ebene  hinab  und  tränken  das  fruchtbare  Land.  Daher  ist  der
Boden  sehr  ergiebig  und  das  Land  dicht  bevölkert.  Nicht  nur  am
Fuße  des  Gebirges,  wo  die  besten  Acker  liegen,  sondern  auch  auf
den  sich  weit  hinziehenden  Vorhöhen  trifft  man  viele  Ansiedlungen.
Außer  Dörfern  mit  je  400  bis  500  Eimvohnern  gibt  es  sogar  stadtartige
  Platze  mit  Tausenden  von  Menschen.

Die  Bewohner  des  Agu  setzen  sich  aus  verschiedenen  kleinen
Stämmen  zusammen,  die  ihre  besondern  Bezirke  innehaben  mit