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eigener  Regierung.  Alle  sind  fleißige  Ackersleute,  wie  ihre  wohlgepflegten
  Pflauzungen  bezeugen.  Die  seit  geraumer  Zeit  angebaute
  Baumwolle  wird  von  den  Frauen  gesponnen,  von  den  Mäunern
  gefärbt  und  auf  einfachen  Webstühlen  zu  recht  brauchbaren
und  hübschen  Stoffen  verwebt.  Ihre  sonstigen  Erzeugnisse  verkaufen
die  Neger  auf  den  Märkten,  die  in  allen  größeren  Plätzen  eingerichtet
  sind  und  gewöhnlich  jeden  vierten  Tag,  der  für  die  Heiden
zugleich  ein  Feiertag  ist,  abgehalten  werden.  Dazu  erscheinen  auch
auswärtige  Händler,  die  europäische  Waren  aus  den  Küstenstädten,
besonders  aus  Lome,  feilbieten.  Das  wertvolle  Erzeugnis  der  Baumwollenfelder,
  die  sich  am  Westfuße  des  Gebirges  weit  ausdehnen,
wird  in  fest  zusammengeprehten  Ballen  mit  der  nahen  Eisenbahn
schnell  landab  nach  Lome  geführt  und  von  da  zu  Schiff  nach  Deutschland
  gebracht.  Da  es  am  Agu  noch  viel  Wild  gibt,  so  wird  die
Jagd  recht  fleißig  ausgeübt.  Mit  Schlingen,  Fallen  und  Selbstschüssen
  stellt  man  den  jagdbaren  Tieren  nach,  falls  es  der  Schwarze
nicht  vorzieht,  mit  Gewehr,  Kugeltasche  und  Pulverbentel  auf  den
Anstand  zu  gehen  und  mit  unermüdlicher  Geduld  auf  eine  Antilope
oder  ein  Wildschwein  zu  lauern.  Im  Dunkel  der  Schluchten  haust
der  als  Viehräuber  gefürchtete  Leopard;  in  der  weiten  Ebene  des
Ostens  kommt  von  Zeit  zu  Zeit  noch  der  Elefant  zu  Gesicht.  Sein
Fleisch  wird  von  den  Eingeborenen  gern  gegessen,  und  seine  Zähne
bilden  ein  gesuchtes  Handelsgut.

Die  Eingeborenen  im  Agugebirge  sind  Heiden.  Fast  nirgends
in  Togo  erblickt  man  so  viele  Opferplätze,  geweihte  Haine  und  Götterbilder
  wie  hier.  Die  Heiligtümer  finden  sich  nicht  nur  innerhalb
der  Städte,  sondern  auch  an  den  Wegen  und  auf  den  Ackern.  In
den  Städten  sind  es  meist  häßliche  Figuren,  oft  sogar  nur  rohe
Erdklumpen,  die  unter  einem  kleinen  Schutzdache  stehen.  Außerhalb
  der  Städte  hegt  man  sie  in  besondern  Hütten  auf  den  Feldern
oder  im  Dunkel  wohlgepflegter  Haine.  Bei  der  Bergstadt  Kebn
sieht  man  zur  Rechten  des  schmalen  Pfades  eine  scheußliche  Gestalt,
die  die  Aufgabe  hat,  die  Stadt  zu  bewachen.  Als  Zeichen  ihrer
Macht  trägt  sie  ein  scharfes  Messer  in  der  aufgehobenen  Rechten.
Zu  ihren  Füßen  sind  serner  an  zwanzig  ebensolcher  Messer  in  den
Boden  gesteckt,  und  zwar  mit  der  Schneide  nach  der  Wegseite  hin.
Fast  auf  der  obersten  Höhe  des  Gebirges  liegt  die  ehedem  berühmte
und  gefürchtete  Priesterstadt,  die  früher  kein  Weißer  betreten  durfte.
Jetzt  ist  sie  durch  eine  Feuersbrunst  zerstört  worden.  Verschiedene
Pfade  führen  zu  dem  heiligen  Platze  hinauf.  Unterwegs  trifft
man  auf  den  Götterstein,  von  dem  die  Priester  folgende  Sage
erzählen: