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Vor  vielen,  vielen  Jahren  wanderte  ein  Gott  aus  der  Ebene
auf  den  Agu.  Da  er  an  das  Bergsteigen  nicht  gewöhnt  war,  wurde
er  bald  müde  und  setzte  sich  auf  diesen  großen  Stein,  um  auszuruhen.
  Als  er  sich  wieder  erhob,  stützte  er  sich,  um  leichter  aufzustehen,
  mit  der  rechten  Hand  auf  den  Stein,  in  dem  man  nachher
die  Hand  mit  ihren  fünf  Fingern  abgedrückt  fand.

Dieser  Abdruck  ist  noch  heute  zu  sehen;  die  schlauen  Priester
haben  ihn  in  den  Stein  gemeißelt,  um  das  Volk  glauben  zu  machen,
der  Gott  sei  wirklich  zu  ihnen  hinausgckommen  und  wohne  jetzt  bei
ihnen.  Ein  Stück  oberhalb  des  Steines  trifft  man  auf  die  Heilige
Quelle,  in  der  sich  jeder  heidnische  Besucher  zu  waschen  hat.  Nach
einer  weiteren  halben  Stunde  öffner  sich  der  dunkle  Götterhain,  in
dem  viele  kleine  Quellen  entspringen.  Dahinter  liegen  die  Ruinen
der  Priesterstadt.

Seit  die  Weißen  am  Agu  erschienen  sind,  geht  es  mit  der
Macht  und  dem  Einfluß  der  Heidenpriester  schnell  zu  Ende.  Die
Mission  wirkt  durch  Kirche  und  Schule,  Werkstattarbeit  und  stille
Liebestätigkeit  eifrig  unter  der  dichten  Bevölkerung  und  verbreitet
christliches  Leben,  Bildung  und  Gesittung  statt  des  früheren  Heidentums
  mit  seinem  Betrug,  Unfrieden  und  Haß.

235.  Das  Dorf  Bonaberi  im  Kamerungebiet.
Von  E.  Dinkeladcer.

as  Dorf  Bonaberi  erstreckt  sich  vom  Strande  fast  eine  halbe

Stunde  weit  landein.  Durch  das  Tor  der  Missionsstation
kommen  wir  nach  wenigen  Schritten  in  eine  der  neu  angelegten
  Straßen.  In  langer  gerader  Linie  zichen  sich  rechts  und
links  die  niedrigen  hübschen  Mattenhütten  der  Neger  bis  an
den  Wald  oder  „Busch“  im  Hintergrunde  hin.  Die  meisten
Hütten  sind  noch  neu.  Die  alten,  die  ohne  Plan  und  Ordnung
gebaut  waren,  mubßten  abgebrochen  und  neue  an  den  Hauptstraßen
  in  gleicher  Fluchtlinie  errichtet  werden.  So  kommt  durch
die  Bemühungen  des  Kaiserlichen  Bezirksamtmanns  nach  und
nach  Ordnung  und  Sauberkeit  in  unsere  Negerdörfer  hinein.
Freilich  danken  es  ihm  unsere  Neger  zunächst  noch  wenig.  Bei
einem  Gange  durch  die  Straben  sehen  wir,  wie  sie  in  Gruppen
zum  gemütlichen  Plauderstünddhen  beieinandersitzen.  Wir  grüben
  die  Leute:  „Wie  geht  es  euch?“  „0  Herr,“  sagen  sie,
„uns  geht  es  schlecht;  die  Arbeit  tötet  uns  nächstens.“