Aber  es  ist  nicht  so  schlimm.  Sie  sind  nur  die  fleißige
Arbeit  mit  den  Händen  nicht  gewöhnt;  sie  möchten  lieber  Handel
  treiben  oder  Prozesse  führen,  anstatt  mit  Hacke  und  Schaufel
  neue  Straßen  bauen  und  Gräben  ziehen.

Ein  großer  Teil  des  täglichen  Lebens  und  Treibens  spielt
sich  auf  der  offenen  Straße  ab.  Da  sitgen  ein  paar  Frauen  vor
der  Kochhütte  und  bereiten  das  Essen;  dort  sind  andere  beschäftigt,
  einander  das  Haar  in  kunstvolle  Figuren  zu  flechten.
Eine  Gruppe  von  Männern  hat  eine  Streitsache  zu  hören  und
zu  entscheiden;  andere  sitzen  einzeln  vor  der  Hütte  auf  niedrigem
  Schemel  und  flechten  Matten  aus  Palmblättern,  flicken  ihre
Netze,  drehen  Seile  aus  Bast  oder  pflegen  der  Ruhe  und  Beschaulichkeit.
  Die  Kinder  unterhalten  sich  mit  Spielen  aller  Art.
Nicht  ungeschickt  ahmen  sie  allerhand  Spielsachen  der  Europäer
nach;  sie  haben  aber  auch  viele  eigene.

Der  Ort  Bonaberi  ist  ein  großes  Dorf  von  1500  bis  2000
Einwohnern.  Es  liegt  an  der  Stelle,  wo  der  Wurifluß  in  das
Kamerunbecken  einmündet.  Oppiger  Pflanzenwuchs  hüllt  das
Dorf  in  immer  frisches  Grün.  Die  gewaltigen  Baumwollbäume
erheben  ihre  Kronen  zu  stattlicher  Höhe.  Uberall  zwischen  den
Hütten  und  Straßen  stehen  die  breitblätterigen  Bananen  und
geben  willig  ohne  menschliche  Arbeit  reichliche  Nahrung.  Ein
Wald  von  prächtigen  schlanken  Kokos-  und  Olpalmen  bildet  den
Hintergrund  des  Dorfes.  Mitten  durch  das  Dorf,  vom  Meer  an
bis  in  den  „Busch“,  zieht  sich  ein  lebendiger  Zaun  von  Sträuchern
  und  Pandanusbäumen  in  gerader  Linie.  Zwei  kleine  natürliche
  Kanäle,  die  zur  Zeit  der  Ebbe  fast  ohne  Wasser  sind,
bilden  die  Zufahrt  vom  Meere  zum  Dorfe.  Zahlreiche  Kanus
beleben  den  Strand;  das  sind  bis  zu  20  m  lange,  aus  einem
Riesenbaumstamm  ausgehauene  Boote;  die  größten,  die  mit
allerlei  Verzierungen  und  Malereien  versehen  sind,  werden  als
Wettruderboote  benutzt.  Sie  zeigen,  daß  die  Dualaleute  mit
dem  Meere  wohl  vertraut  sind.

Hinter  dem  eigentlichen  Dorfe  betreten  wir  den  „Busch“.
Zunächst  im  Palmenwald  treffen  wir  zahlreiche,  meist  einzeln
stehende  Lehmhütten.  Sie  sind  niedrig  und  von  ärmlichem
Aussehen.  Die  Leute,  die  darin  hausen,  sind  ein  anderer  Schlag
als  die  Duala  des  Dorfes;  sie  sind  schen  und  verstehen  nicht
einmal  recht  die  Sprache  der  Duala.  Es  sind  ihre  Sklaven,  die
zum  Teil  sehr  weit  aus  dem  Innern  Kameruns  an  die  Küste
verkauft  wurden.