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Baumwollzeug,  Rum,  Salz,  Seife,  Derlen,  Messer,  Beile  und  andere
Erzeugnisse  der  europäischen  Industrie.  Hieran  schließen  sich  kleinere
Räume  für  Gewinnung  des  Dalmöls,  für  das  Trochnen  der  Dalmherne
und  für  ähnliche  Beschäftigungen.  Den  Schluß  bilden  die  Wohnungen
für  die  zahlreiche  schwarze  Dienerschaft.  öwischen  all  diesen  Häusern
und  Häuschen  liegen  geräumige  hHofanlagen,  die  von  Hühnern,  Riesenenten,
  Tauben,  Sibetkatzen,  hunden,  Affen  und  ähnlichem  Getier
belebt  werden.  Kokospalmen  und  andere  tropische  Gewächse  gewähren
Schutz  gegen  den  glühenden  Sonnenbrand.  Jede  Faktorei  ist  von  einer
hohen  und  festen  Mauer  umgeben,  auf  der  Slaschenscherben  befestigt
sind,  um  das  Hinüberklettern  zu  verhindern.

Das  Leben  auf  einer  Saktorei  ist  recht  einförmig.  Mit  ZKusnahme
  der  Sonntage  verhündet  jeden  Morgen  um  54  Uhr,  d.  h.
kurz  vor  Sonnenaufgang,  ein  Glockenschlag,  daß  die  Seit  des  Krbeitens
gekommen  sei.  Man  trinkt  dann  bloß  eine  Tasse  Kaffee,  weist  den
schwarzen  Krbeitern  ihr  Tagewerk  an  und  setzt  sich  gegen  8  Uhr  zum
gemeinsamen  Frühstück  nieder.  Um  12  Uhr  folgt  das  zweite  Früh-=stück
  und  hinterdrein  eine  kleine  Ruhepause.  AKber  schon  um  2  Uhr
sind  die  Kaufleute  wieder  vollauf  in  Uätigheit,  sei  es  im  hHofe,  wo

I  und  Nerne  gemessen  werden,  sei  es  im  Laden,  wo  vom  Schiffsanker
  bis  zur  Stechnadel  alles  zu  finden  ist,  wonach  das  herz  eines
Eingeborenen  sich  sehnen  mag.  In  einigen  FSaktoreien  ist  die  Arbeitszeit
  des  Sbends  um  5  Uhr,  in  andern  um  6  Uhr  zu  Ende.  Es  folgt
jetzt,  falls  nicht  Briefe  geschrieben  werden  müssen,  die  Seit  der  Erholung
und  des  Dergnügens.  Man  nimmt  gegen  6“  Uhr  die  hauptmahlzeit
ein  und  macht  dann  Besuche  in  andern  Saktoreien,  um  bei  einem
Glase  Bier,  Wein  oder  Kognak  mil  Wasser  den  Gang  der  Geschäfte
zu  besprechen  oder  liebe  Erinnerungen  an  die  Heimat  aufzufrischen.
Meistens  sucht  man  recht  früh  das  Lager  auf.  Um  sich  gegen  die
Belästigung  durch  Moskitos  und  andere  fliegende  Insehlen,  deren
Stiche  sehr  schmerzhaft  sind,  zu  schützen,  schlafen  die  Menschen  unter
Moshitonetzen.  Zur  Regenzeit,  wenn  die  Moshkitoplage  am  schlimmsten
ist,  nehmen  manche  sogar  unter  dem  Netz  ihre  Mahlzeit  ein.

237.  Daressalam.  Von  Eduard  von  Liebert.
Ein  afrikanisches  Stadt=  und  Lebensbild.

A'  ich  im  März  1890  das  erstemal  im  Hafen  von  Daressalam
landete,  da  war  von  der  heutigen  Hauptstadt  der  größten
deutschen  Kolonie  nichts  zu  sehen  als  die  deutsche  Festung,  das