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steinerne  Haus  des  arabischen  Bürgermeisters,  die  evangelische
Mission  im  Bau,  die  malerischen  Trümmer  eines  großen,  aber  verfallenen
  Sultanspalastes  und  eine  Anzahl  Negerhütten.  Aber  das
kreisrunde  Hafenbecken  mit  seinem  palmenbesetzten  Gestade  und  die
feenhafte  Beleuchtung  durch  die  untergehende  Tropensonne  zogen
schon  damals  die  Aufmerksamkeit  jedes  Beschauers  auf  sich  und
hinterließen  einen  unauslöschlichen  Eindruck.

Die  ganze  ostafrikanische  Küste  ist  Korallenbildung.  Zahlreiche
flache  Inseln  und  Riffe  sind  ihr  vorgelagert  und  erschweren  die
Schiffahrt.  Eine  tiefe,  aber  wie  ein  Kanal  schmale  Fahrrinne  führt
die  Schisse  in  das  geräumige  runde  Hafenbecken,  das  wie  ein
Landsee  nach  allen  Seiten  abgeschlossen  ist  und  nur  nach  Süden  in
eine  landeinwärts  sich  ziehende  Bucht  verläuft.  Ich  habe  noch
keinen  Dampferreisenden  gesehen,  der  nicht  bei  der  Einfahrt  in  den
Hafen  und  beim  plötzlichen  Auftauchen  der  reizenden  Stadt  aus  dem
Grün  des  Ufers  ein  überraschtes  Ah!  auf  den  Lippen  gehabt  hätte.

Aus  Daressalam  ist  eine  Musterstadt,  ein  wahres  Schmuckstück
  im  tropischen  Afrika  geworden.  Im  Laufe  von  zwölf  Jahren
hat  sie  eine  Eimwohnerzahl  von  20  000  Seelen  erreicht  und  ist  jedenfalls
  der  hübscheste  Punkt  an  der  ganzen  ostafrikanischen  Küste
zwischen  Kairo  und  Durban.

Auf  der  Hafenstraße  gelangen  wir  zunächst  an  die  Amtsgebäude.
  Sie  enthalten  die  Geschäftszimmer  des  Statthalters,  die
Gesellschaftsräume  für  Beamte  und  Offiziere  und  zahlreiche  Wohnräume.
  Diesc  Häuser  hat  man  aus  Europa  fertig  bezogen  und  hier
aufgestellt.  um  schnell  Unterkunfts=  und  Arbeitsräume  zu  gewinnen.
Später  ging  man  zu  dem  örtlichen  Baumaterial  über,  und  jetzt
werden  alle  Bauten  aus  Korallenstein  aufgeführt.

An  einem  reizenden  Landhause  vorüber  trifft  der  Blick  die
neue  protestantische  Kirche  und  das  hübsche  Pfarrhaus,  die  den
Mittelpunkt  der  eigentlichen  Europäerstadt  bilden.  Das  Geld  für
den  Bau  ist  zum  großen  Teil  aus  freiwilligen  Gaben  in  Deutschland
zusammengeflossen.  Hinter  der  Kirche  beginnt  schon  das  Geschäftsviertel.
  Da  folgen  mehrere  große  Kaufhäuser.  das  Reichspostgebäude
und  die  Apotheke.  Interessant  ist  es,  in  ein  afrikanisches  Geschäftshaus
  einzutreten  und  dort  Umschau  zu  halten;  da  bietet  sich  ein
buntes  Bild.  Der  afrikanische  Kaufmann  muß  Großkaufmann  und
Kleinhändler  sein.  Er  muß  alle  Bedürfnisse  der  Europäer  befriedigen
  und  danueben  die  Naturerzeugnisse  des  Landes  in  den  Handel
bringen.  In  dem  geräumigen  Geschäftsraum  finden  wir  ein  Lager
von  Hausrat  aller  Art:  Geschirr,  Eisenwaren,  Wäsche,  Stosfe,  Anzüge,
  Lebensmittel  und  Eingemachtes,  Weine  und  Liköre,  Zigarren,