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Die  umgelegten  Stämme  wurden  verbrannt.  Hunderte  von  schwarzen
  Arbeitern  mühten  sich  manchen  Tag,  bis  endlich  ein  Abhang
geklärt  war.  Oben  auf  der  Höhe  blieben  die  Bäume  stehen,  damit
  sie  Schatten  und  Schutz  gegen  den  Wind  gewähren  für  die
lungen  Kaffeebäumchen.  Diese  waren  schon  in  besondern  Beeten
aus  den  gesäten  Bohnen  herausgewachsen;  jetzt  wurden  sie  ins  freie
Feld  gepflanzt.  So  wurde  allmählich  die  ganze  Talmulde  urbar
gemacht.

Mit  Vergnügen  schaute  ich  über  die  regelmäßigen  Reihen  der
Kaffeebäume  hin.  Sie  sehen  zu  jeder  Zeit  lieblich  aus.  Auch  die
allerkleinsten  haben  doch  ihr  glänzend  grünes  Laub.  Schlank  und
gerade  wachsen  sie  empor  wie  Tannen.  Fangen  sie  an  zu  blühen,
so  sind  alle  Zweige  dicht  eingehüllt  in  reinweiße  fleischige  Blüten,
die  einen  zarten  Duft  ausströmen.  Von  fern  glaubt  man  fast,  es
läge  Schnee  auf  den  Asten,  so  verschwinden  die  Blätter  in  der
Menge  der  Blüten.  Noch  mehr  freut  sich  der  Pflanzer,  wenn  er
statt  der  Blüten  unzählige  blutrote  Beeren  sieht;  die  versprechen
eine  gute  Ernte.

Ich  näherte  mich  dem  Hause,  in  dem  der  Leiter  der  Pflanzung
wohnt.  Hier  muß  eine  deutsche  Hausfrau  walten,  so  dachte  ich.
Vor  dem  Hause  blühten  allerlei  heimatliche  Blumen,  Nelken  und
Geranien  in  leuchtender  Pracht.  Auf  dem  Hofe  gackerten  die  Hühner.
  Hinter  dem  Zaun  erblickte  ich  wohlgepflegte  Gartenbeete,  auf
denen  Salat  und  deutsche  Gemüse  aller  Art  gediehen.  Ein  schwarzer
Diener  sprang  herzu  und  nahm  mir  mein  Pferd  ab.  Über  die  berankte
  Veranda  trat  ich  in  das  Haus.  Ein  freundliches  Zimmer
nahm  mich  auf.  Felle  von  afrikanischen  Tieren  lagen  als  Teppiche
auf  dem  Boden.  Gehörne  von  Antilopen  hingen  über  den  Türen.
Von  der  Wand  her  aber  grüßten  mich  alte  bekannte  Bilder,  die  ich
schon  in  der  Heimat  gesehen.  Von  den  Büchern,  die  ich  auf  dem
Tische  fand,  hatte  ich  in  Deutschland  auch  wohl  schon  dieses  oder
tenes  in  der  Hand  gehabt.

Bald  trat  die  junge  Hausfrau  selber  ein,  ihr  Töchterchen  an
der  Hand.  Verwundert  schaute  das  Kind  zu  dem  fremden  Manne
hinauf.  Schwarze  Leute  sind  ihm  vertraut,  die  sieht  es  alle  Tage.
Es  plaudert  mit  ihnen  in  ihrer  Sprache,  hat  auch  einen  afrikanischen
Namen  von  ihnen  bekommen:  Kalunde,  das  Wölkchen.  Aber  ein
weißes  Gesicht  sieht  es  nur  selten,  außer  bei  Vater  und  Mutter,
und  mit  weißen  Kindern  spielt  es  wohl  nur  ein=  oder  zweimal  im
Jahr.  Die  Mutter  hieß  mich  herzlich  willkommen.  Sie  freute  sich
über  den  Vesuch  und  klagte,  daß  es  so  einsam  sei  im  Walde.  Aber
tapfer  hält  sie  stand  an  ihres  Gatten  Seite,  eine  treue  Gehilfin

Velebuch  für  Oberklassen.  D.  25