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seiner  Arbeit,  und  macht  ihm  in  der  Fremde  sein  Haus  zu  einer
neuen  Heimat.

Der  Hausherr  weilte  noch  in  der  Pflanzung.  Für  viele  Hände
gibt  es  dort  täglich  zu  tun.  Das  Unkraut  muß  gehackt  und  fortgeschafft
  und  der  Boden  gelockert  werden.  Die  Waldbäche  werden
über  die  Pflanzung  geleitet,  um  sie  in  trockener  Zeit  zu  tränken.
Neue  Stücke  Waldes  müssen  ausgerodet  und  bepflanzt  werden.  Haben
aber  die  Kaffeebeeren  eine  bläulichrote  Farbe  erlangt,  dann  ist  die
Zeit  der  Ernte  da,  und  schwarze  Frauen  sammeln  die  Frucht  ein.
Uber  alle  Arbeit  muß  das  Auge  des  Leiters  wachen.  Er  duldet
keine  Faulheit.  Streng  ist  er,  aber  auch  gerecht  und  milde.  Darum
  lieben  ihn  seine  Arbeiter  und  tun  gern,  was  er  befiehlt.

Erst  die  Mittagsstunde  führte  ihn  zu  kurzer  Erholung  ins
Haus.  Im  Familienkreise  saß  ich  mit  am  Tische,  und  wir  sprachen
von  der  fernen  Heimat  und  von  der  Arbeit  in  Afrika.  Ich  kostete
auch  von  dem  Kaffee,  der  auf  der  Pflanzung  wächst,  und  fand  ihn
von  gutem  Geschmack,  so  daß  er  den  guten  Ruf  wohl  verdient,  den
der  Usambarakaffee  daheim  schon  hat.

Als  ich  aufbrechen  wollte,  geleitete  mich  das  gastfreundliche
Ehepaar  mit  seinem  Töchterlein  ein  gutes  Stück  Weges  das  Tal
hinab,  immer  zwischen  reich  tragenden  Kaffeebäumen  hin  bis  zu
dem  Hause,  in  dem  die  gepflückten  Beeren  zubereitet  werden.  Zuerst
  wird  ihnen  ihr  dunkelrotes  Kleid  ausgezogen.  Dabei  springen
aus  jeder  Beere  zwei  Kaffeebohnen  heraus.  Aber  um  jede  Bohne  sitzt
noch  wie  ein  enges  Hemd  ein  bitteres  Häutchen.  Ist  auch  dieses
entfernt,  so  werden  die  Bohnen  getrocknet  und  nach  ihrer  Größe  ausgelesen.
  Schließlich  werden  sie  in  Säcke  gepackt  und  wandern  auf
den  Köpfen  schwarzer  Träger  nach  Tanga,  der  Hafenstadt,  und  von
dort  reisen  sie  über  das  Weltmeer  zu  uns  nach  Deutschland.

Mit  Freude  ließ  ich  mir  alles  erklären.  Ich  sah,  wie  hier  im
afrikanischen  Urwald  deutscher  Fleiß  und  deutsche  Tüchtigkeit  eine
Arbeit  tun,  die  auch  uns  in  der  Heimat  zugute  kommt.  Dann
nahm  ich  Abschied  von  Kalunde  und  ihren  Eltern,  führte  mein
Pferd  den  Berg  hinauf  und  ritt  weiter,  immer  weiter  durch  den
schweigenden  Wald.

250.  Csingtau,  die  hauptstadt  Deutsch-Thinas.
Von  Behme  und  Krieger.
De  Name  Tsingtau  ist  noch  immer  wenig  bekannt,  auch  im  deutschen
  Daterlande.  Jeder  kennt  das  Wort  Niautschou  und  glaubt
damit  den  sitz  unserer  herrschaft  in  China  angeben  zu  hönnen.  Das