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Bischofsring  haben  wollten.  Jeht  wirken  mehrere  Missionsgesellschaften
  auf  den  weitzerstreuten  Inseln,  und  Tausende  von  Eingeborenen
  haben  das  Christentum  angenommen.

Land  und  Leute  sind  je  nach  den  Inseln  sehr  verschieden.  Auf
Reu-Pommern,  wo  ich  zwölf  Jahre  als  Missionar  tälig  gewesen
bin,  wachsen  herrliche  Kokospalmen,  von  denen  jede  jährlich  wohl
200  Nüsse  hervorbringt.  Der  mächtige  Vrotfruchtbaum  hängt  zweimal
  im  Jahre  voll  von  Früchten.  Palmen  wechseln  mit  wilben
Feigenbäumen  und  mit  Gummibäumen  ab.  Der  Wipfel  des  Riesenbaumes
  Enkalyptus,  der  70  m  hoch  werden  kann,  würde  noch  über
euern  Kirchturm  hinwegsehen.  Zwischen  diesen  Tropenbäumen  ranken
malerische  Lianen,  deren  Wurzeln  bis  auf  den  Boden  hangen.  In
den  Bäumen  treiben  zahlreiche  Vögel  ihr  munteres  Spiel;  aber  so
bunt  und  farbenprächtig  sie  sind,  so  liederarm  sind  sie  auch.  Viersüßer
  sind  nur  spärlich  auf  den  Inseln  vertreten:  Wildschweine,
kleine  Känguruhs,  zwei  Arten  von  Baumbären,  Beutelratten,  kleine
häßliche  Haushunde,  große  und  kleine  fliegende  Hunde  und  sehr
viele  große  Mäuse  —  das  ist  ungefähr  alles.  Das  tropische  Klima
bringt  uns  das  ganze  Jahr  eine  Wärme  von  28  bis  34%  C.  Bei
solcher  Temperatur  gedeiht  der  Pflanzenwuchs  herrlich;  viele  Fruchtbäume
  tragen  zweimal,  manche  das  ganze  Jahr  hindurch.  Man
lebt  in  einem  wahren  Paradiese,  zumal  gar  keine  wilden  Tiere,
keine  giftigen  Schlangen  die  Sicherheit  des  Lebens  und  Besitzes  stören.

Aber  die  Menschen,  die  auf  diesen  herrlichen  Eilanden  geboren
sind,  entsprechen  der  Natur  nicht;  sie  verdienen  wirklich  den  Namen
Wilde,  solange  sie  noch  ihren  alten  Gewohnheiten  nachleben.  Ihre
Hautfarbe  ist  braunschwarz;  sie  haben  breite,  platte  Nasen,  etwas
geschwollene  Lippen  und  krauses,  wolliges  Haar.  In  schmutzigen,
niedrigen  Hütten  liegen  die  Eingeborenen  von  Neu-Pommern  des
Nachts  auf  der  bloßen  Erde,  zusammen  mit  Hunden  und  Schweinen.
Manche  essen  Schlangen,  Hunde=  und  Mäusefleisch;  Kinder  verspeisen
sogar  lebendige  Eidechsen;  Heuschrecken  werden  einen  Augenblick  an
einen  heißen  Feuerstock  gehalten  und  dann  verzehrt.

Größer  noch  ist  das  geistige  Elend.  Es  fehlt  den  Eingeborenen
  völlig  die  Kenntnis  Gottes  und  göttlicher  Dinge;  sie  sind  abgestumpft
  gegen  alles,  sogar  gegen  den  Tod.  Die  Folge  davon  ist
eine  entsetzliche  Grausamkeit,  die  sie  gegen  Menschen  und  Tiere  zeigen.
Auch  Lüge  und  Diebstahl  sind  an  der  Tagesordnung.  Schon  die
alten  Seefahrer  machten  diese  Erfahrung  und  nannten  eine  Inselgruppe
  „die  Ladronen“,  d.  h.  Diebesinseln.  Die  grausigste  Gewohnheit
  mancher  Wilden  ist  die  Menschenfresserei.  Die  verschiedenen
Stämme  liegen  in  ewigem  Streite.  Ist  es  dem  einen  Stamm