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gelungen,  eine  Schar  Gegner  zu  überwältigen,  dann  werden  die
Gefangenen  meistens  als  Sklaven  verkauft,  die  Getöteten  jedoch  verzehrt.
  Von  der  Regierung  werden  solche  Verbrechen  strenge  bestraft;
aber  ausgerottet  wird  diese  fürchterliche  Sitte  erst  werden,  wenn  der
milde  Same  des  Christentums  in  den  Herzen  der  Unglücklichen  feste
Wurzel  gefaßt  hat.

Auf  manchen  andern  deutschen  Besitzungen  in  der  Südsee  sind
die  Eingeborenen  friedlicher  und  leichter  zugänglich  als  auf  Neu-Pommern.
  Die  Sprache  der  Eingeborenen  ist  sehr  verschieden;  jeder
  kleine  Stamm  hat  seine  eigene  Sprache.  Wenn  unsere  kleinen
Krausköpfe  an  der  Nordküste  Neu-Pommerns  beten:  „Gegrüßet
seist  du,  Maria!“  so  sprechen  sie:  „Tatambai  ia  Maria!  U  ti  mbuka
mara  gratia.“

Was  die  deutsche  Kolonisation  in  der  Südsee  bis  jetzt  erreicht
hat,  ist  recht  zufriedenstellend.  Als  ich  1890  nach  Neu-Pommern
kam,  gab  es  dort  erst  wenig  gedeihende  Pflanzungen,  und  diese  selbst
standen  in  den  ersten  Anfängen.  Es  wurde  fast  nur  ein  Tauschverkehr
  mit  den  Eingeborenen  unterhalten;  kleine  Dampfer  der  Guincakompanie
  vermittelten  den  Verkehr  mit  Europa.  Heute  erstrecken
sich  die  Anpflanzungen  weithin.  Mit  glücklichem  Erfolge  sind  Kaffee-,
  Kakao=  und  Baumwollpflanzungen  angelegt  worden.  Von
Neuguinea  wird  guter  Tabak  versandt;  an  die  Stelle  des  Urwaldes
  sind  Kokoshaine  getreten.  Enropéische  und  chinesische  Händler
führen  allerhand  Gebrauchsgegenstände  ein,  z.  B.  Tücher,  Pfeifen,
Messer,  Spaten,  Eisenwaren,  Fischangeln  und  Spielzeug.  Die  Erzeugnisse
  des  Landes  werden  dafür  eingetauscht,  namentlich  Kopra,
Perlen,  Schildpatt,  Bananen  und  Mandeln,  auch  Schlachttiere  für
die  Schiffe  sowie  Waffen  und  Schmuckgegenstände  der  Wilden  für  die
Museen  in  Europa.

Die  ganze  Entwicklung  unserer  Kolonien  in  der  Südsee  hat
einen  außerordentlichen  Ausschwung  genommen,  und  wir  alle  sind
fest  überzengt,  daß  Deutschlands  Schutz  und  Fürsorge  die  fernen
Besitzungen  immer  wertvoller  gestalten  wird.

241.  Die  Samoaner.  Von  F.  Wohltmann.
Die  samoanische  Bevölkerung  hat  sich  im  Laufe  der  letzten  Jahrhunderte
  nahezu  vollständig  aus  den  Höhen  an  die  Küsten
gezogen.  Es  gibt  nur  noch  wenig  Gebirgsdörfer.  Die  Küste  ist
zwar  nicht  fruchtbarer  als  das  Gebirgsland,  sie  bietet  aber  mehr
Abwechslung  und  bequemeres  Leben,  was  den  Samoanern  sehr  zusagt.
  Da  das  Küstenklima  milder  und  erschlaffender  ist  als  das