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sondern  mähigen  nur  ihre  Fahrgeschwindigkeit  vom  Trab  zum
Schritt.  Auf  den  Strabenkreuzungen  und  den  freien  Plätzen
wimmelt  es  von  Fuhrwerken,  die  aus  dem  Nebel  auftauchen
und  wieder  darin  verschwinden,  in  entsetglichem,  scheinbar
regeliosem  Wirrwarr.  Es  liebe  sich  kaum  voraussagen,  welch
traurige  Folgen  es  haben  müßte,  wenn  ein  undurchdringlicher
Rauchnebel  die  Stadt  ununterbrochen  mehrere  Wochen  lang
in  seiner  Gewalt  behielte.  Es  ist  schon  eine  bedenkliche  Tat-S8ache,
  daß  diese  Nebel  mit  jedem  Jahre  häuhger,  länger  anhaltend
  und  schwärzer  zu  werden  scheinen  —  was  die  natürliche
  Folge  davon  ist,  daß  man  in  London  mit  jedem  Jahre
mehr  Steinkohlen  verbrennt.

Londons  rubiger  Nebel  hat  jedoch  auch  gewisse  gute
Eigenschaften.  Er  verschwindet  oft  auf  ebenso  schnelle  und
unerklärliche  Weise,  wie  er  gekommen  war,  und  gewöhnlich
erstreckt  er  sich  nicht  gleichzeitig  auf  alle  Stadtteile.  Man  kann
rabenschwarze  Nacht  oben  im  nordwestlichen  Villenviertel  haben
  und  hellen  Tag  eine  halbe  Wegstunde  südlich  in  den  altertümlich
  engen  und  krummen  Geschäftsstraßen  der  inneren
Stadt.  Wenn  wir  auf  wackelndem  Omnibus  die  breite  Straße
hinabfahren,  bemerken  wir  vielleicht  plötzlich,  daß  es  zu  tagen
beginnt,  und  daß  der  Wagen  buchstäblich  aus  dem  Nebel  herausfährt,
  den  er  als  schwarze  feste  Wollkenbank  hinter  sich
Zurückläßt.  Nun  haben  wir  uns  nur  noch  durch  einen  leichten
gelbgrauen  Dunst  hindurchzuarbeiten,  um  weiterhin  die  Luft
nahezu  klar  zu  finden  —  nahezu  klar;  denn  man  darf  nicht
Vergessen,  daß  ein  ganz  heller,  klarer  Himmel  für  London  fast
zu  den  fremden  Erscheinungen  gehört.

244.  Was  uns  von  den  Alpenseen  erzählt  wird.

Bon  Joseph  Kuhen.
A'  der  Grenze  der  eigentlichen  Alpen  liegen  die  herrlichen  Alpenseen.
  Schon  der  Name  Alpensee  weckt  die  Sehnsucht  in  dem
fernen  Fremdling,  der  unerwartete  Anblick  versetzt  den  Wanderer
in  Entzücken,  und  der  Anwohner  liebt  sie  wie  seine  Alpen  selbst.
Gott  grüß'  dich,  du  leuchtender  Bergsee!

Hochgelegene  Seen  liegen  über  die  Hälfte  des  Jahres  in  Eis
und  Schnee  begraben.  Kein  Fisch  belebt  sie,  keine  blumigen  Ufer
schmücken  sie.  Das  Gebiet  des  St.  Gotthard  besitzt  gegen  dreißig
und  der  kleine  Kanton  Uri  gegen  vierzig  Hochseen.  Häufig  sind  sie
auch  am  Monte  Rosa  und  Montblanc.