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über  den  Pfeilern  sett  die  Rundsäule  der  Kuppcl  an,  die
von  sechzehn  Fenstern  durchbrochen  wird.  Sechs  Reihen  kunstvoller
  Gemälde  überkleiden  die  Kuppelwände  mit  den  glänzendsten
  Farben;  wir  erblicken  den  Heiland,  die  heilige  Jungfrau
  und  die  Apostel,  Päpste  und  Bischöfe.  Aber  nur  aus
ticker  Ferne  wirken  diese  Kunstwerke,  in  der  Nähe  erscheinen
sie  als  formiose  Kolosse.  Denn  sie  sind  nicht  mit  dem  Pinsel
ausgeführt,  sondern  bestehen  aus  lauter  farbigen  Marmor--stücken,
  so  daß  man  in  der  Nähe  die  Figuren  nicht  erkennen
kann.  Die  Kuppel  hat  192  m  Umfang  und  vom  Dache  bis  zur
Kreuzspitte  94  m  Höhe.  Es  fehlt  nicht  viel,  so  könnte  man
den  Turm  des  Cölner  Domes  unter  diese  Kuppel  stellen.  Richtet
  man  von  der  inneren  Galerie  am  Saume  der  Kuppel  den
Blick  hinab  in  die  Kirche  auf  die  Spiegelflächen  des  Marmorbodens,
  so  blidct  man  in  eine  schwindelerregende  Tiefe.  Unten
wimmelt  es  von  Zwergen;  ein  entfernter  Gesang  dringt  verschwommen
  und  leise  empor.  Entzückend  dagegen  ist  ein
Ausblick  von  der  äußeren  Galerie,  die  man  von  der  Kuppel
erreichen  kann.  Da  liegt  Rom  vor  uns  mit  all  seinen  Kirchen,
Palästen,  Mauern  und  Türmen.  Wir  folgen  mit  den  Augen  den
Windungen  des  Tibers  an  der  Engelsburg  vorbei  bis  zu  dem
flimmernden  Streifen,  der  das  Mittelländische  Meer  ist.  Eine
weite  Ebene  erstreckt  sich  bis  zu  den  schroffen  Kalkwänden
des  Sabinergebirges.  In  sanften  Formen  erheben  sich  die
Vulkane  des  Albanergebirges,  in  langen  Linien  durchschneiden
die  Gräberreihen  die  Ebene,  und  meilenweit  verfolgen  wir  die
riesigen  Bogen  der  Wasserleitungen  bis  zum  Gebirge.

Die  Peterskirche  ist  auf  dem  Platze  erbaut,  wo  einst  die
Rennbahn  des  römischen  Kaisers  Nero  stand.  Hier  starben
viele  Christen  für  ihren  Glauben  den  Flammentod,  hier  wurden
Zzahlreiche  Märtyrer  von  wilden  Tieren  zerrissen.  An  dieser
ehrwürdigen  Stätte  wurde  vor  anderthalbtausend  Jahren  die
erste  Peterskirche  errichtet  als  Grabmal  für  den  Apostelfürsten,
als  Dom  für  die  Päpste.  Karl  der  Große  empfing  in  ihren
Hallen  die  Kaiserkrone.  Später  trat  an  die  Stelle  der  alten
Peterskirche  der  jetzige  Peterscom.  Ober  hundert  Jahre  ist
mit  Unterbredchungen  an  ihm  gebaut  worden.  Die  ersten  Baumeister
  und  Künstler  Italiens  haben  für  ihn  gesorgt  und  geschafft,
  und  aus  der  ganzen  Welt  kamen  die  Caben  für  diesen
kostspieligen  Bau  zusammen,  bis  er  endlich  im  Jahre  1624
eingeweiht  werden  konnte.