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dessen  Fuße  zwei  Matrosen  zum  Hissen  der  Kaiserstandarte
bereitstanden.  Nach  Begrüßung  der  Gäste  trat  Seine  Majestät
der  Kaiser  in  die  Mitte  des  Platzes  und  hielt  folgende  Ansprache:

„Wie  vor  29  Jahren  Seine  Majestät  der  Sultan  Abd  ul
Asis  meinem  hochseligen  Vater  das  Terrain  übergeben  hat,
auf  dem  die  heute  eingeweihte  evangelische  Kirche  steht,  so
hat  Seine  Majestät  der  jetgt  regierende  Sultan  sich  bewogen
gefühlt,  mir  dieses  Terrain  zu  überlassen,  auf  daß  für  die
deutschen  Katholiken  zu  deren  Nutz  und  Frommen  Gebäude
darauf  entstehen  können.  Indem  ich  mit  tiefem  Dank  an  Seine
MNajestät  den  Sultan  das  Terrain  übernehme,  hoffe  ich,  daß
diese  Gabe,  die  der  Ausdruck  inniger  Freundschaft  und  zu  gleider
  Zeit  eingehenden  Interesses  für  meine  deutschen  Untertanen
  ist,  nunmehr  in  der  Hand  des  deutschen  Palästinavereins
  zu  einem  Segen  für  meine  katholischen  Untertanen,  speziell
auch  für  die  Bestrebungen  im  Heiligen  Lande  werden  möge.
lch,  Wilhelm  II.,  Deutscher  Kaiser  und  König  von  Preußen,
übernehme  hiermit  nunmehr  dieses  Terrain.“

Hierauf  befahl  Seine  Majestät  der  Matrosenabteilung:  „Präsentiert
  das  Gewehr!“  und  ließ  die  Königliche  Standarte  unter
den  Klängen  der  preußischen  Nationalhymne  auf  dem  Platze  hissen.

Der  lateinische  Patriarch  Monsignore  Piavi  sprach  in  warmen
  Worten  seinen  Dank  aus  mit  der  Versicherung,  daß  der
Heilige  Vater  über  die  Gabe  des  Kaisers  sehr  gerührt  sei.

Alsdann  hielt  Pater  Schmidt,  der  Direktor  des  deutschen
katholischen  Hospizes,  folgende  Rede:

„Majestät,  es  ist  für  mich  eine  hohe  Ehre,  daß  ich  den
Ausdruck  der  tiefsten  Dankbarkeit  seitens  des  Palästinavereins
  Eurer  Majestät  zu  Füßen  legen  darf.  Wir  haben  es  an
uns  gelbst  erfahren  wie  auch  in  Deutschland  vernommen,  daß
Eure  Majestät  die  Bestrebungen  des  Palästinavereins  stets  mit
großem  Interesse  verfolgt  haben,  und  stets  haben  wir  den
Schutg  Eurer  Majestät  genossen.

Eurer  Majestät  innigst  dankend,  füge  ich  zugleich  ein  Versprechen
  hinzu,  mit  dem  ich  sicher  bin  dem  Herzen  Eurer
Majestät  entgegenzukommen.  Wir  stehen  auf  dem  Berge  Zion,
von  dem  geschrieben  steht:  „-Er  wird  nicht  erschüttert  werden."
Ebenso  fest  und  stark  soll  stehen  die  Treue  der  katholischen
Untertanen  Eurer  Majestät;  sie  soll  immer  und  immer  unerschüttert
  und  fest  stehen.

Andererseits  wissen  Eure  Majestät,  daß  der  Ort,  wo  Sie
stehen,  geheiligt  ist  durch  die  Dormitio  Beatae  Virginis;  hier