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Dörfern  hinzog,  als  Hunderte  von  Nachen  und  Schiffen  sich  auf  deiner
Wasserfläche  tummelten  und  weiße  Segel  gleich  Schwänen  über  sie
hinzogen.  Schöner  noch,  unendlich  schöner  warst  du,  als  der  Erlöser
  Jesus  Christus  durch  seine  Gegenwart  dich  heiligte,  als  deine
lichten  Wasser  mit  Wonne  sein  Bild  spiegelten,  als  er  ringsum  dich
einfaßte  mit  dein  herrlichen  Geschmeide  unzähliger  Wunder  und
Liebestaten,  als  seine  Stimme,  lieblicher  als  der  Gesang  deiner  muntern
  Vogelscharen,  von  deinen  Ufern  widerhallte.

Noch  ruht  auf  dir  der  Duft  seiner  Gegenwart,  seines  gnadenreichen
  Aufenthalts  an  deinen  Ufern.  Seine  Stadt,  einst  deine
Hauptstadt  Kapernaum,  an  der  großen  Völkerstraße  gelegen,  ist
nicht  mehr,  und  nicht  einmal  ihr  einstiger  Standort  läßt  sich  mehr
mit  Sicherheit  bestimmen.  Sie  ward  verworfen,  aber  du  bist  noch
sein  See.  Du  hast  sein  Andenken  treu  bewahrt  und  sprichst  heute
noch  ehrfürchtig  von  ihm  im  Flüstern  und  Murmeln  deiner  Wellen.
Du  hast  ihn  gekannt  und  geliebt.  Als  er  herabstieg  zu  deinen  Fluten.
um  dich  zum  Mittelpunkt  seiner  Wirksamkeit  in  Galiläa  zu  machen,
hast  du  ihn  freudig  begrüßt.  Und  du  bliebst  ihm  treu  und  anhänglich
  alle  die  Zeit,  die  er  hier  weilte.  Wenn  er  in  den  Kahn  der
Fischer  trat  und  von  einem  Ufer  zum  andern  fuhr,  freutest  du  dich,
ihn  tragen  zu  dürfen.  Wenn  er  am  stillen  Abend  dort  hinüberfuhr
ans  unbewohnte  Ufer,  um  in  der  Einsamkeit  zu  beten,  hast  du  ihn
sanft  hinübergewiegt  und  sein  Beten  mit  deinem  Flüstern  begleitet.
Wenn  er  die  Seinigen  die  Netze  auswerfen  hieß,  hast  du  eilends  deine
Fischlein  zusammengetrieben  und  die  Retze  gefüllt,  um  seinem  Willen
zu  gehorchen.  Als  die  Steuereinnehmer  den  Herrn  belästigten,  ließest
du  ein  Fischlein  auf  deinem  Grunde  den  Stater  finden  und  ihm  darreichen.
  Einstmals  kam  er  herab  vom  Berge  in  nächtlicher  Dämmerung
  und  setzte  seinen  Fuß  auf  deine  Wogen,  da  nahmst  du  all
deine  Kraft  zusammen  und  machtest  deine  Wogen  zu  einem  festen
Pfade  für  ihn  und  geleitetest  ihn  hin  zu  der  Jünger  Schiff.  Und
an  einem  andern  Tage  war  er  von  des  Tages  Arbeit  und  Hitze  im
Schiffe  der  Jünger  sanft  entschlummert,  und  du  wolltest  ihn  nicht
stören;  aber  es  fuhr  ein  heftiger  Sturm  herab  von  den  Bergen  und
erschreckte  dich  und  brachte  dich  in  wilde  Wallung;  da  erhob  er  sich
auf  den  Hilferuf  der  Jünger  und  schaute  dich  an  mit  seinem  machtvollen
  Blick  und  streckte  seine  Hand  über  dich  aus,  und  die  Winde
flohen  schnell  zurück  auf  die  Berge,  und  du  warfst  dich  demütig  abbittend
  ihm  zu  Füßen.

Du  warst  ihm  treu.  Darum  hat  dich  der  Fluch  nicht  getroffen
wie  alle  die  Ortschaften  ringsum,  wie  die  ganze  Gegend.  Dir  blieb
dein  frohes,  heiteres  Antlitz.  Noch  nach  seiner  Auferstehung  hat  er