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tes  kriechendes  Dornengestrüpp,  wenn  der  heiße  Wind  darüberstreicht.
ein  Uier  lebt  in  dieser  toten  Einöde.  In  schwerem  Dunst  zittert  der
himmel,  aus  dem  die  Sonne  wie  ein  verzehrendes  Elutauge  niederbrennt.
  Und  wenn  man  tage-  und  nächte=  und  wochenlang  zu  guß
vorwärts  liefe,  in  Todesangst,  an  ein  Ende  zu  kommen,  es  würde
nicht  anders,  immer  dieselbe  nicht  endende  Weite,  dieselbe  höllenglut,
bis  man  mit  verbrannten  Füßen  und  lechzenden  Cippen  niederbräche
und  der  Wind  einen  Sandhügel  über  einem  zusammenwehte.  Das
ist  die  Wüste,  das  unendliche  Jandmeer  der  Erde.

Da  steigt  eines  Morgens  etwas  wie  ein  graues  Hünktchen  am
horizont  empor.  Aber  es  wächst  kaum,  bleibt  stundenlang  als  Schatten
am  himmelsrande  stehen.  Dann,  gegen  Mittag,  kommt  es  näher,
wird  größer  und  bewegt  sich  langsam  durch  die  Einöde  vorwärts.  Es
ist  eine  Karawane,  die  schwer  bepacht  die  Wüste  durchquert,  um  die
Waren,  die  sie  aus  den  fremden  Ländern  drüben  geholt  hat,  zu  verkaufen:
  Naffee,  Suchker  und  Tee.  Uun  klingen  die  Schellen  und
Elöchchen  der  Tiere  aus  der  Ferne,  und  der  geheimnisvolle  ug  kommt
heran.  Vorauf  schreitet  müde,  mit  hangenden  Ohren  ein  grauer  Esel.
Er  ist  der  Klügste  in  der  Gesellschaft,  hat  im  letzten  Jahre  schon  einmal
  den  Meg  gemacht  und  muß  den  Zug  anführen.  Ihm  folgen  mit
ruhigem,  würdevollem  Schritt,  aber  unsäglich  dummem  Zusdruck  im
Gesicht  in  langer  Reihe  die  Kamele.  Das  sind  die  „Schiffe  der  Wüste“,
außer  dem  Esel  die  einzigen  Tiere,  die  wochenlang  die  brennende  Elut
dieses  Sandmeeres  ertragen  können.  Ihr  Kußeres  erscheint  wie  eine
unheimliche  Mißgestalt.  Die  Beine  sind  lang  und  plump,  und  der
Körper  ist  mit  gelbbraunen  Haaren  bedecht.  Kuf  ihrem  Rüchen  wacheln
zwei  mächtige  Fetthöcker  hin  und  her,  so  groß  wie  Mehlsäche.  Dazwischen
  sind  in  hohen  holzgestellen,  die  mit  breiten  Riemen  um  den
Bauch  festgeschnallt  werden,  die  Waren  aufgetürmt.  Kuf  einem  langen
bogenförmig  vorgestrechten  Halse  sitzt  der  häßliche  kleine  Kopf  und
schaut  mit  hochmütig  blödem  Kusdruck  auf  seine  Umgebung  herab.  Kber
dabei  hat  es  doch  auch  seine  sehr  guten  Seiten,  das  dumme  Kamel.
Wochenlang  kann  es  ohne  einen  Tropfen  Wasser  leben  und  klagt  doch
nicht  über  Durst,  und  sein  Sutter  besteht  oft  nur  aus  Disteln  und  verdorrtem
  Gestrüpp,  das  es  samt  den  Dornen  hinunterschlingt.  Dabei
kann  es  schneller  als  alle  andern  Tiere  laufen  und  ist  dazu  meist  noch
fürchterlich  bepacht,  oft  so  schwer,  daß  zehn  Menschen  kaum  so  viel
tragen  hönnten.

So  schreitet  die  Karawane  heran  durch  den  Wüstensand.  Zuf
einzelnen  Namelen  ruhen  hochoben  auf  festgeschnallten  Polstern  schlafende
  braune  Menschen.  Sie  haben  lange  blaue  Gewänder  an,  die
vom  halse  bis  auf  die  5üße  reichen.  Um  die  Hüfte  schlingt  sich