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eine  rote  Schärpe,  und  auf  den  Köpfen  tragen  sie  weiße  Turbane.
Die  erstichende  Schwüle  lähmt  alle  Sinne.  Lautlos  wie  ein  Geisterzug
schreiten  die  gelben  Tiere  vorüber;  nur  ihre  Glöchchen,  die  an  Saum
und  Sattel  hangen,  tönen  matt  durch  die  Stille.  Es  ist  Mittagsstunde
und  Zeit  zum  Rasten.  Uun  werden  weiße  Selte  abgeladen  und  aufgespannt;
  große  mit  Wasser  gefüllte  Schläuche,  Säche  mit  Gerste  für  die
Tiere  und  Körbe  mit  Eßhwaren  werden  heruntergeholt.  Man  breilel
diche  Teppiche  auf  den  durchglühten  Boden  in  die  Selte,  und  froh
strechen  sich  die  Menschen  darauf  aus,  um  den  brennenden  Durst
zu  stillen.

Der  Esel  hat  sich  zu  einem  der  Kamele  gesellt.  Er  beugt  sein
graues  Haupt  vor,  als  wolle  er  ihm  etwas  ins  Ohr  sagen.  Kber  das
Namel  ist  schlecht  gelaunt  und  kehrt  mit  einem  gurgelnden  Grunzen
seinen  struppigen  Kopf  ab,  während  es  an  einer  alten  Uokosmatte
würgt,  die  es  im  Sande  aufgewühlt  hat.  Du  Kamell  denkt  der  Esel
gleichmütig  und  kaut  an  seiner  Distel  weiter.

Nach  stärkender  Rast  bricht  man  auf;  die  Geräte  werden  wieder
  aufgeladen,  und  weiter  geht  es  Über  das  heiße  Geröll.  Kber  schon
seit  einiger  Seit  hat  sich  sämtlicher  Tiere  eine  merhwürdige  Unruhe
bemächtigt.  Sie  heben  die  Uöpfe  hoch  auf,  schnüffeln  mit  zugedrüchten
Augen  in  die  Luft  und  legen  die  Ohren  weit  zurüch.  Doch  nirgends
ist  eine  Gefahr  zu  sehen;  nur  die  Schwüle  wird  immer  furchtbarer,  und
ein  dicher  Dunst  umzieht  den  himmel.  Die  Namele  gehen  nicht  mehr
im  Schritt,  in  ängstlichem  Trabe  hasten  die  Riesentiere  vorwärts.  Sie
wittern  ihren  Todfeind,  den  Samum,  in  der  Luft.  Das  ist  der  heiße
Sandsturm  der  Wüste.  Unter  seinem  Gifthauche  sind  schon  ganze
Karawanen  umgehommen  und  Hunderte  von  Kamelen  zusammengebrochen.
  Die  weißgebleichten  Gerippe  am  Wege  erzählen  davon.  Die
Wüste  ist  nicht  nur  ihre  Heimat,  sondern  auch  meist  ihre  Sterbestätte.

Uun  jagt  Staub  in  die  höhe,  der  himmel  rötet  sich  unheimlich,
und  ein  fernes  Brausen  zieht  heran.  Da  werfen  sich  die  Kamele  von
selbst  der  Länge  nach  zur  Erde.  Mit  lang  vorgestreckten  Môöpfen  liegen
sie  im  Sande,  den  Rüchen  gegen  den  Sturm  gebehrt.  Riesensandsäulen,
höher  als  häuser,  steigen  in  die  Luft;  mit  verzehrendem  Giftatem  rast
der  Wirbelsturm  über  die  Wüste  hin.  Das  dauert  eine,  zwei  Stunden,
dann  erst  wird  es  wieder  ruhig.  Menschen  und  Wiere  find  wie  verdorrt
  und  versengt.  Mit  vertrochnetem  Gaumen,  voll  Schwindel  und
Uodesmattigkeit  richten  sie  sich  empor.  Rber  zwei  der  Namele  sind
am  Ende  ihrer  Kräfte.  Sie  werden  abgepacht  und  müssen  sterbend
im  heißen  Sande  zurüchbleiben,  während  die  andern  weiterziehen.

Allmählich  sinkt  die  Sonne.  Der  Himmel  im  Westen  wird  ein
Elutmeer,  in  dem  gelbe  und  violette  Farben  brennen.  So  hommt  der