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sagt,  das  Erkennungszeichen  der  Verheirateten;  unmittelbar  unter
den  Augen  ist  ein  bis  zum  Saume  des  Kleides  herabfallender
schwarzer  Tuchstreifen  befestigt,  der  die  ganze  untere  Gesichtshälfte
deckt.  Aber  nie  siehst  du  eine  Frau  mit  einem  Manne  gehen  oder
auf  der  Straße  sprechen,  außer  bei  Einkäufen;  höchstens  geht  bei
vornehmen  ein  Diener  hinterdrein.  Hier  treibt  ein  Fellah  in  zerrissenem
  schmierigem  Gewande  seinen  Esel  oder  sein  Kamel  vorüber
  mit  den  Erzeugnissen  seines  Feldes,  mit  Grünfutter  für  die
Esel,  mit  Holz  oder  Früchten;  er  muß  eilends  ausweichen,  denn  ein
Sais,  ein  Vorläufer,  heischt  mit  lauter  Stimme  und  langem  Stabe
freie  Bahn  für  einen  vornehmen  Wagen.  Da  reiten  vornehme
Frauen,  blau  tätowierte  Fellahweiber  an  uns  vorbei,  die  Füsße
hochoben  am  Sattel  in  die  Bügel  eingestellt.  Da  kommt  ein  ganzer
  Pritschenwagen  voll  Frauen,  die  tief  verhüllt  mit  untergeschlat
genen  Beinen  auf  Strohmatten  sitzen;  sic  fahren  hinaus  auf  den
Kirchhof  zum  Gräberbesuch.  Es  ziehen  an  uns  vorüber  Derwische
mit  struppigem  Haar  und  hohen  Filzmützen,  griechische  Popen  in
schwarzem  Talar  und  katholische  Mönche.  An  den  Straßenecken
sitzen  Verkäuferinnen  von  Orangen  und  andern  Früchten,  die  Rägel
reich  mit  Henna  gefärbt,  die  Füße  unbeschuht,  einen  kleinen  Racker
rittlings  auf  der  Achsel  tragend.

Wir  verlassen  die  Hauptstraße  und  wenden  uns  nach  den  Basaren.
  Wenn  du  dir  darunter  breite  Straßen  mit  schönen  Läden
und  reichen  Schaufenstern  denkst,  wirst  du  sehr  enttäuscht  sein.  Das
sind  Gassen,  meist  nur  wenige  Meter  breit,  häufig  oben  durch  Bretterdächer
  oder  Mattenbehänge  gegen  die  Sonnenstrahlen  geschlossen.
Rechts  und  links  sind  in  den  unteren  Siockwerken  der  Häuser  oder
in  elenden  Bretterhütten  die  Kaufläden  angebracht,  häufig  zugleich
die  Werkstätten,  in  denen  die  Waren  gefertigt  werden;  es  sind,  auch
wenn  beides  verbunden  ist,  sehr  kleine  und  enge  Räume,  mitunter
bloß  große  Wandkästen,  die  die  Waren  in  offenen  Schubfächern
bergen.  Ihr  Türverschluß  ist  zweiteilig,  so  daß  das  obere  Stück
aufgeklappt  werden  kann  als  Dach,  das  untere  herabgelassen  wird
und  dem  Kaufmann  als  Lager  dient;  hier  sitzt  er  mit  untergeschlagenen
  Füßen  auf  seinem  Teppich  und  wartet  rauchend  auf  Käufer,
oder  er  liest,  um  die  ganze  Außenwelt  unbekümmert,  in  seinem
Koran.  Die  Teppiche  ziehen  unser  Auge  auf  sich.  Wir  treten  in
eins  der  größeren  Kaufhäuser  ein,  in  einen  geräumigen  bedeckten
Innenhof;  der  Verkäufer  bietet  Sessel,  auch  wohl  Kaffee  an  und
läßt  vor  unsern  Augen  ganze  Berge  von  Teppichen  ausbreiten.
Das  ist  feine,  herrliche  Weberarbeit,  eine  Farbenpracht,  daß  einem
die  Augen  übergehen.  Wollen  wir  etwas  erwerben,  so  muß  mit