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dunkeln  Mond,  daß  er  hell  wird  und  glänzt  wie  ein  großer  silberuer
  Taler.

Wenn  der  Schöpfer  die  Sonne  nicht  gemacht  hätte,  dann  wäre
es  das  ganze  Jahr  finstere  Nacht  bei  uns,  und  alle  Lampen  der
Welt  könnten  die  Erde  nicht  hell  machen.  Die  Sonne  leuchtet  nicht
eine  Stunde,  nicht  einen  Tag,  nicht  ein  Jahr,  nicht  ein  Menschenleben
  —  die  Sonne  leuchter  schon  Jahrtausende,  und  wenn  wir  alle
längst  im  düstern  Grabe  ruhen,  dann  scheint  sie  noch  immer  so  hell
und  freundlich  wie  heute  und  gestern.

2.  Von  der  Wärme  der  Sonne.

Komm  mit  nach  Süden  unter  den  Äquator!  Dort  fallen  die
Sonnenstrahlen  fast  das  ganze  Jahr  hindurch  senkrecht  auf  die  Erde;
sie  verbreiten  darum  die  größte  Hitze.  Es  herrscht  ewiger  Sommer,
und  wenn  es  auch  regnet,  so  bleibt  es  doch  wärmer  als  bei  uns
zur  schwülen  Gewitterzeit.  Die  Menschen  werden  schwarz  und
braun  gebrannt  unter  den  sengenden  Strahlen  der  Sonne,  die  Palmen
  wachsen  üppiger  und  schneller  als  bei  uns  in  Treibhäusern.
Unermeßliche  Urwälder  mit  Riesenbäumen  und  endlosen  Schlingpflanzen
  gedeihen  im  heißen  Sonnenstrahle,  und  die  Blumen  schillern
wegen  des  grellen  Lichtes  in  den  prächtigsten  Farben.  Die  erhitzte
Luft  wirbelt  unaufhaltsam  empor,  und  kältere  Luft  strömt  von
Norden  oder  Süden  herzu.  Die  Sonne  verursacht  also  auch  den
Wind;  sie  ist  die  Beherrscherin  des  Luftmeeres.  Ihre  Wärme  bringt
das  Wasser  zum  Verdunsten,  daß  der  Wind  uns  die  Regenwolken
herbeiführen  kann,  die  die  durstende  Erde  sättigen.  Ja,  wenn  wir
die  Wärme  der  Sonne  zusammenfassen  könnten,  so  würden  alle
Dampfmaschinen  der  Welt  mit  ihr  in  Betrieb  gesetzt  werden  können.
Und  wieviel  Kohlen  fressen  die  Dampfkessel  z.  B.  auf  einem  einzigen
großen  Schiffe!  Wohl  hundert  Heizer  werfen  fast  ohne  Aufhören
bei  Tag  und  Nacht  mit  großen  Schaufeln  die  Kohlen  in  die  Glut,
damit  die  Hitze  nicht  nachläßt.  Und  wer  heizt  die  Sonne?  Wer
wirft  Kohlen  nach,  daß  die  Hitze  in  Jahrtansenden  nicht  nachgelassen
  hat?

Die  Hitze  der  Sonne  bleibt  immer  gleich,  aber  die  Sonne  erwärmt
  unsere  Erde  nicht  gleichmäßig.  Komm  mit  nach  dem  hohen
Norden!  Aber  wir  müssen  Pelzmäntel  und  Ohrenklappen  mitnehmen,
  sonst  halten  wir's  gar  nicht  aus.  Im  hohen  Norden,  z.  V.
in  Sibirien  oder  auf  der  Insel  Grönland,  fallen  die  Sonnenstrahlen
auch  im  Sommer  ganz  schräg  auf  die  Erde,  und  die  Sonne  geht
dort  im  Winter  einige  Monate  lang  gar  nicht  auf.  Bäume  und
Sträucher  wachsen  nicht  mehr  im  hohen  Norden,  die  Erde  ist  mehrere