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Langsam  stieg  Hugbald  den  Hügel  hinab.  Auf  dem  Hofe
wurde  es  immer  lebendiger.  Die  Schalksknechte  führten  die  wenigen
  Reitpferde  zur  Hofquelle,  die  Schalksmägde  trugen  die  Milch
in  schweren  Kübeln  zum  rasenbedechten  Keller.  Dazwischen  lachten
die  halbnachkten  Brüderchen  und  Schwesterchen  und  die  Kinder  eines
alten  Knechtes.  Aun  öffnete  sich  die  Haustür,  und  eine  große
schöngestaltete  Frau  trat  heraus,  gehüllt  in  ein  helles  eng  anliegendes
  Gewand,  das  bis  auf  die  Füße  reichte.  Unter  dem  Laubgang
blieb  sie  stehen.  Da  konnte  sich  der  Sohn  nicht  länger  mehr  halten.
„Mutter,  Alutter!"  rief  er  und  stürzte  mit  ein  paar  Sprüngen  heran.
Hartung,  der  alte  Knecht,  trat  zum  Hoftor  und  schob  den  schweren
Holzriegel  zurück.  Mutter  und  Sohn  umarmten  sich  vor  Freude.
„Wodan,  dem  Allbeschützer,“  sprach  die  Mutter,  „sei  Dank,  der  dich
glüchlich  wieder  zu  mir  geführt  hat.“  Der  treue  Hofwart  Harro
zerrte  an  seiner  Kette  und  wollte  an  ihm  emporspringen.  Die  Knechte
und  Mägde  kamen  herbei,  und  Hugbald  reichte  den  Bekannten
unter  ihnen  leutselig  seine  Rechte.  Seine  Geschwister  hob  er  empor
und  küßte  sie  auf  die  Stirn.  „Der  Vater  schläft  wohl  noch?“
fragte  Hugbald.  „Ja,“  erwiderte  die  Mutter,  „er  wird  aber  heute
früh  aufstehen.  Gäste  sind  angesagt;  es  geht  auf  die  Bärenjagd.
Komm  jetzt  in  den  Saall  Ein  Frühstück  wird  dir  wohl  munden.“
Mutter  und  Sohn  traten  in  das  Wohnhaus.  Am  Eingang  machte
sedes  das  Donarzeichen  über  der  Brust.  Die  Geschwister,  Ingo,
Liebtraut  und  Winlberga,  drängten  nach.

In  der  Mitte  des  breiten  Raumes  brannte  immer  noch  das
trauliche  Feuer,  von  der  Mutter  bei  Tag  und  Nacht  sorgsam  unterhalten.
  Während  diese  das  Frühstück  holte,  ließ  sich  Hugbald  auf
eine  der  breiten  Holzbänke  nieder,  die  sich  rings  um  die  Halle  erstrechten,
  und  lehnte  sich  behaglich  an  die  schön  geglättete  Bretterwand.
  Die  Geschwister  schmiegten  sich  an  ihn,  und  Hugbald  streichelte
  die  Blondköpfe.  Es  war  alles  noch  genau  so,  wie  er  es
verlassen  hatte.  Von  den  Ecksäulen  schauten  geschnitzte  Tierköpfe
herab,  und  an  der  Mittelsäule  hing  noch  das  mächtige  Geweih  des
Althirschen  aus  dem  Donarwalde.

Die  Mutter  kam  mit  dem  Frühstück  herein.  Hinter  ihr  folgte
Hildegund,  die  große  Tochter,  mit  einem  Krug  Milch.  Hugbald  trat
ihr  voll  Freude  entgegen  und  drüchte  ihr  herzhaft  die  Hand.  Sie
setzten  sich  zu  Tisch.  Nur  der  Hochsitz  des  Hausherrn  neben  der
Feuerstätte  der  Tür  gegenüber  blieb  frei  für  den  Vater.  Sie  ließen
sich's  trefflich  munden.  Aus  irdenem  Kruge  schenhte  die  Mutter
die  schäumende  Milch  in  den  Holzbecher.  Dann  schnitt  sie  mit  dem

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