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kurzen  Schwertmesser  kräftige  Stücke  von  dem  Gerstenbrotlaib  ab
und  bestrich  sie  mit  Butter,  denn  der  Hof  war  wohlhabend.

Noch  unter  dem  Frühmahl  erschien  unter  der  Tür  eine  Hünengestalt,
  breitbrüstig  und  in  straffer  Haltung.  Dichtes  Blondhaar
wallte  bis  auf  die  Schultern  herab.  Auf  sprang  der  behende  Jüngling
  und  eilte  auf  den  Vater  zu.  Der  begrüßte  ihn  mit  herzlichem
Händedruch.  Dann  nahm  er  den  Hochsitz  ein,  und  der  Sohn  begann
  zu  erzählen,  was  er  in  den  vier  Jahren  seiner  Abwesenheit
erlebt  und  gelernt  habe,  wie  er  sich  in  Speerwurf  und  Schwertertanz
  geübt  und  der  Jagd  auf  Auer,  Eber  und  Hirsch  obgelegen
habe,  und  wie  er  über  sechs  Pferde  den  Königssprung  getan.  Die
Mutter  warf  einen  stolzen  Blick  auf  ihren  Altesten,  auch  der  Vater
konnte  sich  des  Lobes  nicht  enthalten  und  sagte:  „Möge  Ziu  auch
ferner  über  dir  walten.  Solange  solcher  Geist  Ubiens  Söhne  beseelt,
  gebe  ich  die  Hoffnung  nicht  auf,  daß  wir  bald  unsere  alte
Freiheit  wiedererkämpfen.

Nach  dem  Frühmahl  traten  Vater  und  Sohn  hinaus  zum  Hof,
und  in  jedes  Gebäude  warfen  sie  einen  Blich.  Da  stand  die
Scheune,  worin  noch  einiger  Strohvorrat  von  der  letzten  Ernte  lag,
da  waren  auch  gedechte  Umhegungen  für  das  Groß=  und  Kleinvieh
und  ein  Schuppen  zur  Aufbewahrung  der  Ackergeräte.  Dort  gleich
bei  der  Linde  war  das  Schlafhaus  für  die  Familie  errichtet,  daneben
  das  Badehäuschen  und  etwas  emtfernt  davon  die  Halle  für
die  fremden  Gäste.  Weiter  nach  hinten  aber  lagen  die  armseligen
Hütten  der  Schalksknechte;  die  größte  von  ihnen  bewohnte  der
verheiratete  Hartung.  Ihm  waren  vom  Hofherrn  einige  Grundstüche
  zur  freien  Bewirtschaftung  überlassen  worden.  Dafür  mußte
er  drei  Tage  in  der  Woche  für  seinen  Herrn  arbeiten  und  Feldfrüchte
  und  Jungvieh  als  Zins  abliefern.

2.  Auf  der  Bärenjagd.

Ein  Knecht  kam  und  meldete,  daß  die  Jagdgäste  auf  der
Bank  vor  dem  Hallenhaus  warteten.  Da  gingen  Vater  und  Sohn
zurüchk,  begrüßten  die  Markgenossen  und  führten  sie  in  die  Halle.
Frau  Sieglinde  reichte  ihnen  einen  Morgenimbiß.  Dann  ergriff
seder  seine  Jagdwaffen,  Spieß  und  Bogen,  die  Rüden  wurden  an
die  Leine  gebunden,  und  zum  Hoftor  hinaus  zog  der  Trupp  zur
fröhlichen  Jagd.  Durch  die  Felder  ging's  erst,  wo  Hafer  und  Gerste,
Roggen  und  Weizen  heranreiften,  Rüben,  Rettiche  und  Spargel
üppig  wuchsen  —  durch  die  Biehweiden,  wo  Groß=  und  Kleinvieh
und  die  Gänse  grasten,  von  Hirten  und  Hunden  scharf  bewacht  —
dann  durch  die  gelichteten  Eichen=  und  Buchenwaldungen,  wo  die