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mun,  Hugbald,“  sprach  der  Vater,  „singe  uns  ein  Lied!“  Der  Jüngling
  nahm  die  Harfe  und  begann  mit  wohltönender  Stimme:

„Schwerter,  sie  klirren,  Freie  Germanen
Speere,  sie  blinken,  Gleichen  den  Göttern:

Ziehn  aus  Walhall;  Schild  an  dem  Arm.
Ziehen  zum  Kampfe,  Zin,  der  führt  sie,
Ziehen  zum  Siege,  -  Wodan,  der  schützt  sie,
Blut  fließt  in  Wellen  «  Herzog  und  Mannen,
Uber  das  Feld.  ;-  Gegen  den  Feind.

Hell  dann  dem  Tapfern!
Fällt  er  im  Kampfe.
Tragen  Walküren
Ihn  nach  Walhall.

Sei  dies  sein  Nachruhm:
Daß  er  das  Beste,

Edle  und  Rechte

Stets  nur  gewollt!“

Laute  Heilruse  lohnten  den  Sänger.  Bei  muntern  Scherzund
  Aeckreden  machte  das  Methorn  noch  oft  die  Runde.  Mutter
und  Tochter  verabschiedeten  sich  bald,  Vater  und  Sohn  aber  entfernten
  sich  erst  gegen  Mitternacht  mit  dem  Gruße:  „Donar  behüt'
euch  diese  Nacht!"  Die  Jagdgäste  blieben  in  der  Halle.  Sie  rückten
  die  Bänke  zusammen,  legten  die  weichen  Felle  darauf  und
schliefen  bis  in  den  hellen  Morgen  hinein.  Dann  nahmen  sie  Abschied
  von  dem  gastlichen  Hause.

Götter,  die  hehren,  Schwert  an  der  Seite,
l

261.  Varus.  Von  Klemens  Scheiblhuber.

Die  Frauen  und  Greise  des  Dorfes  saßen  auf  der  Bank  vor  der
Haustür.  Von  Zeit  zu  Zeit  reckten  sie  die  Hälse  und  horchten;
sie  warteten  auf  jemand.  Der  Häuptling  trug  heute  sein  Festgewand.
Er  stand  mit  den  Männern  des  Dorfes  bewafsnet  vor  seinem  Hause
und  schaute  die  Straße  entlang,  ob  der  Erwartete  nicht  bald  komme.
Der  Erwartete  war  der  Statthalter  Varus,  der  seit  vier  Jahren  in
Deutschland  für  den  Kaiser  Augustus  regierte  und  auf  seiner  Reise
durchs  Dorf  kam.

„Jetzt  kommt  er!"  riefen  die  Kinder.  Aber  er  war  es  nicht;
es  war  ein  fremder  deutscher  Reiter,  der  ins  Dorf  sprengte.  Vor
dem  Hause  des  Häuptlings  stieg  er  vom  Pferde  und  ging  auf  den