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die  römischen  Eroberer  darauf  bedacht,  ihre  Sitten  und  Gebräuche,
ihre  Gesetze  und  Sprache  bei  den  unteriochten  Völkern  einzuführen.
Zu  diesem  Zwecke  verpflanzten  sie  römische  Bürger,  meist  ältere
ausgediente  Soldaten,  in  das  neu  erworbene  Gebiet  und  wiesen  ihnen
Ländereien  an,  auf  denen  sie  sich  anbauen  konnten.  Die  größte
dieser  Niederlassungen  ist  Trier,  wo  um  die  Mitte  des  ersten  Jahrhunderts
  nach  Christus  mehrere  hundert  dieser  ausgedienten  römischen
  Soldaten  neben  der  einheimischen  Bevölkerung  angesiedelt
wurden  und  den  Grund  zu  der  bald  mächtig  emporblühenden  Stadt
Trier  legten.  Zur  Erleichterung  des  Verkehrs  und  zur  Beförderung
der  Truppen  erhielt  die  Mosel  eine  auf  mächtigen  Basaltpfeilern
ruhende  Brücke,  und  große  Heerstraßen  wurden  nach  Cöln,  Mainz,
Metz,  Reims  und  Straßburg  gebaut.  Die  Straßen  waren  regelmäßig
  von  Warttürmen  begleitet  und  standen  unter  dem  Schutze
zahlreicher  Kastelle  oder  Burgen.  An  diese  Kastelle  erinnern  noch
heute  manche  Ortsnamen,  wie  Kastell,  Kastellann,  Kasselburg.  Später,
  als  die  Germanen  von  Osten  her  öfters  Angriffe  auf  das  römische
  Reich  unternahmen,  wurden  größere  Plätze  an  den  Hauptstraßen
  befestigt;  Reste  solcher  Festungen  haben  wir  in  Neumagen,
Bitburg  und  Jünkerath.

Mit  der  zunehmenden  Sicherheit  des  Landes  gegen  die  äußeren
  Feinde  nahm  die  Stadt  Trier  einen  raschen  Aufschwung.  Die
höchsten  Beamten  nahmen  hier  ihren  Wohnsitz,  und  sogar  die  Kaiser
hielten  sich  seit  der  Mitte  des  dritten  Jahrhunderts  vorlbergehend
in  Trier  auf.  In  diese  Zeit  fällt  auch  die  Erbanung  der  mächtigen
Stadtbefestigung,  deren  Grundmanern  noch  sast  in  ihrer  ganzen  Ausdehnung
  vorhanden  sind.  Mehrere  Tore  bildeten  die  Eingänge  zur
Stadt.  Eins  von  ihnen  ist  noch  erhalten,  die  Porta  nigra  oder  das
Römertor  an  der  Nordseite.  In  einiger  Entfernung  von  der  Stadtmauer
  zogen  sich  Festungsgräben  hin,  die  die  Annäherung  des
Feindes  an  die  Mauer  erschweren  sollten.

2.

Die  Zeit  des  höchsten  Glanzes  für  Trier  begann,  als  es  im
Jahre  286  Sitz  des  römischen  Kaisers  wurde.  Mit  den  Kaisern  zugleich
  zog  ein  Heer  von  hohen  und  niedern  Reichsbeamten,  von  Hofleuten
  und  Bedienten  hier  ein.  Überall  zeigte  sich  jett  eine  lebhafte
Tätigkeit,  denn  es  galt,  in  der  neuen  Residenz  alles  der  Würde  des
Herrschers  gemäß  einzurichten.  Zur  Unterhaltung  und  Belustigung
des  Volkes  war  schon  früher  das  Amphitheater  gebaut  worden,  in
dem  die  Fechterspiele  und  Tierkämpfe  abgehalten  wurden.  Es  lag
außerhalb  der  Stadt.  Dreitorige  Eingänge  führten  von  Norden