—  445  —

und  Süden  zu  dem  Kampfplatz,  dessen  Umfassungsmauer  noch  jeht
in  ihrem  ganzen  Umfange  vorhanden  ist.  Über  dieser  Mauer  befanden
  sich  die  Sitzreihen  für  Tansende  von  Zuschauern,  die  zu  den
Festvorstellungen  aus  der  Stadt  und  der  Umgegend  hier  zusammenströmten.


Sich  selbst  schufen  die  Kaiser  einen  herrlichen  Palast  mit  geräumigen
  Festsälen  und  prächtig  ausgestatteten  Zimmern.  Die  großartigen
  Trümmer  dieses  Kaiserpalastes  bilden  noch  heute  eine  der
schönsten  und  am  besten  erhaltenen  römischen  Ruinen.

Um  die  Vorliebe  der  Römer  für  Bäder,  für  Leibesübungen
und  gesellige  Vergnügungen  der  verschiedensten  Art  zu  befriedigen,
erbauten  die  Kaiser  auch  den  großartigen,  prunkvoll  mit  Marmor
geschmückten  Badepalast,  dessen  noch  erhaltene  unterirdische  Teile
in  neuerer  Zeit  freigelegt  worden  sind.  Zu  den  übrigen  Römerbauten,
  die  in  jener  Zeit  entstanden  sind,  gehört  auch  die  Basilika,
die  jetzt  zur  evangelischen  Kirche  umgewandelt  ist.  Das  Rechteck
dieses  langgestreckten  Riesenbaues  diente  ursprünglich  als  Markthalle,
während  in  dem  nördlichen  halbkreisförmigen  Anbau  die  Gerichtsverhandlungen
  geführt  wurden.  Auch  der  mittlere  Teil  des  Domes
ist  ein  römisches  Bauwerk,  das  bereits  unter  dem  Kaiser  Konstantin
zu  einer  christlichen  Kirche  eingerichtet  wurde.  Hinter  diesen  kaiserlichen
  und  andern  Staatsgebänden  standen  manche  Häuser  der  vornehmen
  römischen  Bürger  an  Pracht  nicht  zurück.  Noch  täglich
werden  in  allen  Teilen  der  Stadt  bei  den  Erdarbeiten  Säulen  aus
verschiedenen  Marmorarten,  herrliche  Mosaikbilder,  Reste  vorzüglicher
  Wandmalereien,  Heiz=  und  Badeeinrichtungen  zutage  gefördert,
die  von  dem  Glanz  und  dem  Reichtum  der  römischen  Wohnhäuser
jener  Zeit  Zeugnis  ablegen.

3.

Auch  die  ganze  Umgegend  war  voll  der  schönsten  Villen,  von
denen  die  einen  zum  Aufenthalt  während  der  Hitze  des  Sommers
bestimmt  waren,  die  andern  als  Jagdhäuser  dienten.  Namentlich
an  der  Mosel  und  Saar  lagen  liebliche  Landhäuser,  wie  zahlreiche
Funde  dargetan  haben;  sogar  in  entlegeneren  Gegenden,  in  den  unwirtlichen
  Gebieten  der  Eifel  und  des  Hochwaldes,  waren  Landhäuser
  von  bedeutender  Ausdehnung.  In  diesen  Villen  führten  die
römischen  Großgrundbesitzer  ein  sorgenfreies  und  üppiges  Leben,
während  sie  die  Bewirtschaftung  der  Ländereien  ihren  Sklaven  oder
Pächtern  überließen.

Längs  der  Mosel  stand  der  Weinbau  bereits  sehr  früh  unter
den  Römern  in  hoher  Blüte;  auch  Korn=  und  Obstbau  wurden  ge-