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trieben.  Die  Viehzucht  erfreute  sich  besonderer  Pflege,  und  zahlreiche
Schafherden  lieferten  den  einheimischen  Tuchfabriken  ihren  Bedarf
an  Wolle.

4.

In  der  Stadt  Trier  herrschte  eine  lebhafte  gewerbliche  Tätigkeit.
  Große  Töpfereien,  von  denen  man  einige  auch  neben  der  römischen
  Stadtmauer  aufgefunden  hat,  versorgten  die  Umgegend  mit
den  für  das  Leben  und  für  die  Ausstattung  der  Gräber  nötigen
Waren.  Gewöhnliche  Gebrauchsgegenstände  aus  Bronze,  wie  Spangen,
  Nadeln,  Becken  und  Gefäße,  wurden  massenhaft  hergestellt.
Einen  eigenartigen  Zweig  der  gewerblichen  Tätigkeit  bildeten  die
Mosaikarbeiten.  Fast  in  allen  bis  jetzt  aufgefundenen  römischen
Bauten  hat  man  mehr  oder  weniger  gut  erhaltene  Mosaikböden
bloßgelegt,  von  denen  manche  durch  ihre  kunstvoll  zusammengestellten
Gemälde  unsere  Bewunderung  erregen.  Neben  den  Handwerkern
gab  es  viele  Künstler,  die  aus  Sandstein  Denkmäler  mit  herrlichem
Bilderschmuck  schufen,  wie  die  Igeler  Säule  und  die  in  Neumagen
an  der  Mosel  aufgefundenen  Grabdenkmäler.  Diese  Bildhauerarbeiten
  sind  nicht  allein  als  Kunstwerke  wertvoll,  sondern  auch  deshalb,
  weil  uns  in  ihnen  das  Leben  des  Volkes  in  seinen  täglichen
Verrichtungen  recht  anschaulich  entgegentritt.

Die  erwähnten  Grabdenkmäler  geben  uns  auch  klare  Auskunft
über  die  Tracht  der  Bewohner.  Die  Männer  trugen  einen  weiten
allseitig  geschlossenen  Mantel  mit  einem  dreieckigen  Ausschnitt  für
den  Kopf;  meist  war  eine  Kapuze  daran  befestigt,  die  über  den
Kopf  gezogen  werden  konnte.  Die  Frauen  waren  im  Freien  und
bei  seierlichen  Gelegenheiten  mit  einem  ähnlichen  Kleidungsstück  oder
mit  einem  großen  Umschlagtuch  bekleidet,  im  Zimmer  mit  einem  bis
zu  den  Füßen  reichenden,  an  den  Hüften  geschürzten  Gewande  mit
Halbärmeln.  Als  Fußbekleidung  im  Hause  bediente  man  sich  meistens
  eines  sockenartigen  Strumpfes,  bei  dem  ein  Teil  für  die  große
Zehe  besonders  gestrickt  war;  unter  dem  Fuße  wurde  eine  leichte
Sandale  getragen,  die  man  mittels  eines  Riemens  befestigt  hatte.

Da  die  römische  Staatsverwaltung  sich  um  die  Religion  der
unterworfenen  Völker  wenig  kümmerte,  so  verblieben  die  Bewohner
des  trierischen  Landes  längere  Zeit  bei  der  Verehrung  ihrer  einheimischen
  Götter.  Wie  die  vielen  aufgefundenen  Denkmäler  beweisen,
  stand  damals  der  Gott  Merkurius,  der  Beschüger  der  Reisenden
  und  der  Kaufleute,  im  Trierer  Lande  in  besonderm  Ansehen.
Früh  schon  sand  das  Christentum  Eingang  und  gewann  troh  heftiger
  Verfolgungen  immer  neue  Anhänger.  Als  Konstantin  es  zu