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der  Pfalz  bis  zu  der  Stelle,  wo  das  Schiff  des  Erzbischofs  vor  Anker
lag,  Spalier  bildete.  Männer  und  Greise,  Frauen  und  Kinder
drängten  sich  heran,  um  noch  einmal  von  dem  geliebten  Hirten  gesegnet
  zu  werden.

Der  Wind  schwellte  die  Segel  des  Schiffes,  und  ruhig  glitt
es  mit  den  Wellen  des  Rheins  stromabwärts.  Uberall,  wo  sich
Kapellen  am  Ufer  erhoben,  läuteten  die  Glocken  zu  Ehren  des
scheidenden  Bonifatius.  Er  aber  stand  mitten  auf  dem  Verdeck  des
Schiffes,  und  immer  wieder  von  neuem  erhob  er  seine  segnenden
Hände.

Nach  langer  glücklicher  Reise  fuhr  das  Schiff  über  den  Zuidersee
  und  wandte  sich  ostwärts  der  Grenze  der  heidnischen  Friesen  zu.
Unweit  des  Ortes  Dokkum  wurde  gelandet,  und  Bonifatius  ließ
das  Lager  errichten.  Bald  nachher  erhob  sich  ein  aus  Baumstämmen
  und  Erde  erbauter  Wall,  der  mehrere  Zelte  umschloß,  die  die
frommen  Männer  vor  den  Unbilden  der  Witterung  schützen  sollten.
Von  diesem  Lager  zog  Bonifatius  hinaus  zu  den  ringsum  wohnenden
  Friesen,  um  sie  zu  taufen,  wie  es  der  Heiland  seinen  Jüngern
anbefohlen  hatte.  Bonifatius  suchte  durch  liebevolle  Zurede  die
Heiden  auf  den  rechten  Weg  zu  führen.  Er  überhäufte  sie  mit  Wohltaten
  und  gewann  ihre  Zuneigung.  So  zog  Bonifatius  im  Lande
der  heidnischen  Friesen  von  Ort  zu  Ort  und  achtete  nicht  auf  die
Stürme  des  Winters.  Als  der  Frühling  ins  Land  kam,  waren
schon  mehr  als  viertausend  Friesen  von  dem  eifrigen  Missionar
für  den  christlichen  Glauben  gewonnen.  Bonifatius  ließ  die  jungen
Christen  durch  seine  Begleiter  benachrichtigen,  daß  sie  sich  am  fünften
  Tage  des  Monats,  in  dem  die  Sonne  am  hbchsten  stehe,  im
Lager  bei  Dokkum  einfinden  sollten,  um  dort  von  ihm  die  heilige
Firmung  zu  empfangen.

Glänzend  ging  die  Sonne  am  4.  Juni  des  Jahres  755  unter;
lange  verweilte  der  Erzbischof  vor  seinem  Zelt  und  erfreute  sich
an  dem  prächtigen  Schauspiele.  Endlich  aber  zog  er  sich  zurück,
um  sich  in  würdiger  Weise  für  den  folgenden  Tag  vorzubereiten.
Während  der  Nacht  ward  es  im  Lager  immer  stiller;  nur  ein
ältlicher  Levit,  der  den  Dienst  der  Nachtwache  hatte,  schritt  am
Lagertor  auf  und  ab.  Da  erblickte  er  in  jener  Richtung,  wo  der
junge  Tag  zu  grauen  begann,  eine  dunkle  Masse,  die  sich  langsam
  vorwärts  zu  bewegen  schien.  Er  rieb  sich  die  Augen,  um
deutlicher  zu  sehen.  Bald  erkannte  er  Reiter  in  hellen  Gewändern,
wie  sie  die  Ostfriesen  zu  tragen  pflegten.  In  dem  Glauben,  daß  es
die  erwarteten  Täuflinge  seien,  eilte  er  in  das  Zelt  des  Erzbischofs,
um  diesem  das  Nahen  der  Schar  zu  verkünden.  Bald  hatte  sich