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269.  Karl  der  Große  als  Landwirt.

Von  Gottlob  Schumann.

n  Aachen,  wo  manchem  Deutschen  Kaiser  die  Krone  aufs  Haupt
gesetzt  wurde,  befindet  sich  in  dem  uralten  Dome  ein  schlichter

Grabstein,  darauf  die  Worte  zu  lesen  sind:  „Karl  der  Große.“  Bei
diesem  Steine  soll  jedermanm,  der  in  die  Kirche  tritt,  des  großen
Kaisers  gedenken,  dessen  Name  einst  gepriesen  und  gefürchtet  wurde
unter  Chriften  und  Nichtchristen,  weil  er  ein  stegreiches  Schwert
führte  und  groß  und  weise  regierte.  Elfhundert  Jahre  sind  verflossen,
  seit  er  am  28.  Januar  814  sein  Haupt  zur  Ruhe  legte,  und
andere  Herrscher  haben  seitdem  die  Welt  mit  ihrem  Ruhme  erfüllt,
aber  wenige  leben  wie  er  im  Gedächtnisse  der  Menschen  fort;  denn
er  regierte  viele  Jahre  kräftig  nach  außen,  gerecht  und  glorreich
nach  innen.  Von  seinen  kriegerischen  Großtaten  erzählt  die  Geschichte,
  und  bürgerliche  Einrichtungen  und  nirchliche  Ordnungen  in
deutschen  Landen  und  darüber  hinaus  legen  lebendiges  Zeugnis
ab  von  seinem  segensreichen  Wirken.  Er  sorgte  für  Predigt  und
Gottesdienst.  für  den  Unterricht  und  die  Wissenschaft  und  ging  selbst
durch  aufrichtige  Frömmigkeit,  großen  Eifer,  mit  dem  er  noch  im
Alter  lernte,  und  durch  rastlose  Arbeit  für  des  Reiches  Wohl  seinen
Völhern  als  leuchtendes  Vorbild  voran.

Als  größter  Grundbesitzer  seines  Reiches  bezog  Kaiser  Karl  von
seinen  Pfalzen  oder  Kammergütern,  die  zugleich  Musterwirtschaften
waren,  einen  großen  Teil  seiner  Einnahmen.  Er  hatte  ihre  Verwaltung
  vollständig  geordnet.  Ein  Amtmanm,  der  zugleich  die  Gerichtsbarkeit
  hatte,  stand  einem  oder  mehreren  solcher  Kammergüter
vor  und  bezog  als  Besoldung  den  Gemaß  eines  Lehens.  Ihn  unterstützte
  ein  aus  dem  Mittelstande  genommener  verständiger  Mann,
der  Meier,  der,  je  nachdem  er  Haus  und  Hof,  Wald  und  Wiese,
Feld  und  Garten  unter  seiner  Aufsicht  hatte,  Hofmeier,  Waldmeier
oder  Feldmeier  hieß.

Fuür  den  Betrieb  der  Landwirtschaft  auf  den  Aleiereien  erließ
Karl  eine  gesetzliche  Anleitung,  die  man  das  älteste  deutsche  Lehrbuch
  des  Acherbaues  nennen  hann.  Dreifelderwirtschaft  mit  Fruchtwechsel,
  Rinderzucht  mit  Weidegang  und  mancherlei  Verbesserungen
in  der  Behandlung  des  Ackers  und  der  Gärten  waren  darin  festgestellt.
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Ebenso  traf  Karl  Anordnungen  für  den  Hausfleiß.  Er  befahl,
daß  die  jungen  Edelleute  in  den  Waffen  geübt  und  seine  Prinzessinnen
  und  Edelfräulein  zum  Spinnrocken  angehalten  werden  sollten.
Der  Erfolg  blieb  nicht  aus;  denn  wir  erfahren  aus  der  Geschichte,