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daß  die  deutschen  Frauen  des  Miittelalters,  auch  die  Fürstinnen  und
Edelfrauen,  die  Anfertigung  weiblicher  Handarbeiten  schon  in  früher
Jugend  erlernten.  Sie  leisteten  in  Linnen=  und  Wollarbeit  Tüchtiges
  und  verstanden  es,  die  Kleider  der  Familie  zu  verfertigen
und  zierlich  zu  schmücken,  Teppiche  Rkunstvoll  zu  weben  und  in
Gold  und  Seide  zu  stichen.

Es  war  natürlich,  daß  sich  durch  die  Bemühungen  des  Kaisers
der  Ackerbau  bedeutend  hob,  besonders  im  Frankenlande,  wo  sich
Karl  auch  persönlich  um  die  Einzelheiten  der  Landwirtschaft  bekümmerte.
  Ein  fränkischer  Gutshof  jener  Zeit  war  durch  Mauern,
Bretter,  Pfähle  oder  einen  Zaun  eingefriedigt;  ein  Tor,  das  häufig
mit  einem  Söller  überbaut  war,  führte  ins  Innere.  Das  Herrenhaus,
  einfach  gebaut,  enthielt  nur  wenige  Wohnzimmer,  die  mit
einem  Tische,  mit  Dechen  belegten  Bänken  und  einem  ehernen
Leuchter  ausgestattet  waren;  dazu  kamen  noch  einige  Schlafkammern.
  Die  WMirtschaftsgebäude  standen  im  Hofe  umher,  waren
aber  öfters  der  Bequemlichkeit  wegen  miteinander  verbunden.  An
allen  Höfen  befanden  sich  kleinere,  von  Zäunen  oder  Planken  eingeschlossene
  Hausgärten,  die  Obstanlagen  und  Fischteiche  enthielten.
Für  die  Einfriedigung  der  Hofräume  war  Karl  sehr  besorgt.  Auch
verordnete  er,  daß  zur  Nachtzeit  Feuer  brennen  und  Wächter  bleiben
sollten,  um  Diebstählen  vorzubeugen.  Die  Stallungen  waren  im
Minter  mit  den  von  der  Weide  zurüchgekehrten  Haustieren  gefüllt.
Vor  allem  zeichnete  sich  auf  den  Kammergütern  die  Pferdezucht
aus.  Die  Rindviehzucht  stand  ihr  nach.  Aber  Mastochsen,  Butter
und  Käse  werden  öfters  erwähnt.  Schafe  gab  es  viele,  aber  sie
waren  von  geringer  Güte.  Es  wurde  hauptsächlich  auf  Schlachtvieh
  gesehen,  und  Schöpsenfleisch  war  sehr  beliebt.  Auch  die  Ziegenzucht
  war  nicht  unbedeutend,  mehr  aber  noch  wurde  die  Schweinezucht
  gepflegt,  die  durch  die  vielen  Eichenwaldungen  fehr  begünstigt
wurde.  Der  Kaiser  war  ein  großer  Freund  des  Hühnerhofs,  und
wie  er  die  Eier,  die  ihm  die  Verwalter  von  den  Gütern  schichten,
selbst  zählte,  so  ordnete  er  auch  an,  daß  jedes  Hauptgut  wenigstens
100  Hühner  und  30  Gänse  halten  sollte.  Auch  empfahl  er  seinen
Amtleuten,  zur  Verzierung  des  Gehöftes  auf  allerlei  schönes  und
seltenes  Geflügel  zu  sehen;  die  Gutsmühlen  sollten  wegen  der  Abfälle
  Hühner  und  Gänse  halten.  Die  Bienenzucht  war  in  großer
Aufnahme,  und  die  Fischerei  wurde  besonders  vervollkommnet.  Die
wilde  Fischerei  war  frei;  wenn  sich  aber  das  Wasser  innerhalb  eines
Besitztums  befand,  hatte  der  Besitzer  das  ausschließliche  Fischrecht.

Wälder,  Triften  und  Weiden  gehörten  den  Inhabern  einer
Flur  gemeinschaftlich,  dagegen  war  das  bebaute  Land,  Wiesen,  Felder