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271.  Heinrich  der  Vogelsteller.

Von  Johann  Nepomut  Vogl.

Hern  Heinrich  sitzt  am  Vogelherd-Recht
  froh  und  wohlgemut;

Aus  tausend  Perlen  blinkt  und  blitzt

Der  Morgenröte  Glut.

2.  In  Wies’  und  Feld  und  Wald  und  Au  —
Horch,  welch  ein  süßer  Schall!
Der  Lerche  Sang,  der  Wachtel  Schlag,
Die  süße  Nachtigall!

3.  Herr  Heinrich  schaut  so  fröhlich  drein:
„Wie  schön  ist  heut’  die  Welt!
Was  gilt's!?  Heut’  gibt's  ’nen  guten  Fang!"
Er  lugt  zum  Himmelszelt.  v%

4.  Er  lauscht  und  streicht  sich  von  der  Stirn
Das  blondgelockte  Haar:
„Ei  doch!  Was  sprengt  denn  dort  herauf
Für  eine  Reiterschar?“

5.  Der  Staub  wallt  auf,  der  Hufschlag  dröhnt.
Es  naht  der  Waffen  Klung.
„Daß  Gott!  Die  Herr’n  verderben  mir
Den  ganzen  Vogelfang!

6.  Ei  nun!  Was  gibt's?“"  —  Es  hält  der  Troß
Vorm  Herzog  plötzlich  an.
Herr  Heinrich  tritt  hervor  und  spricht:
„Wen  sucht  ihr  da?  Sagt  an!“

7.  Da  schwenken  sie  die  Fähnlein  bunt.
Und  jauchzen:  „Unsern  Herrn!  —
Hoch  lebe  Kaiser  Heinrich!  —  Hoch
Des  Sachsenlandes  Stern!“"

8.  Dies  rufend,  knien  sie  vor  ihn  hin
Und  huldigen  ihm  still
Und  rufen,  als  er  staunend  fragt:
„'s  ist  Deutschen  Reiches  Will'!“

9.  Da  blickt  Herr  Heinrich  tief  bewegt
Hinauf  zum  Himmelszelt:
„Du  gabst  mir  einen  guten  Fang!  —
Herr.  Gott,  wie  dir's  gelüllt!“