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im  Jahre  936  von  einer  Krankheit  befallen  wurde,  entbot  er  die
Großen  des  Reiches  nach  Erfurt.  Hier  auf  der  Reichsversammlung
empfahl  er  den  weltlichen  und  geistlichen  Fürsten  seinen  Sohn  Otto
zu  seinem  Nachfolger  in  der  Herrschaft  über  das  Reich.  Und  die
Fürsten  gaben  das  Versprechen,  Otto  zu  ihrem  Könige  zu  wählen.
Dann  verteilte  König  Heinrich  sein  Besitztum  unter  die  Gemahlin
und  die  Kinder.  Darauf  begab  er  sich  in  seine  Lieblingspfalz  zu
Memleben.  Als  sich  hier  sein  Zustand  verschlimmerte,  fühlte  er.
daß  sein  Tod  nahe  war.  Da  sprach  er  zu  seiner  Gemahlin  mit
leiser  Stimme,  da  ihm  lautes  Sprechen  bereits  unmöglich  geworden
war:  „Mein  teures,  geliebtes  Weib!  Ich  danke  dem  Herrn  Jesus
Christus,  daß  ich  vor  dir  aus  diesem  Leben  scheide.  Nie  hat  ein
Mann  ein  so  frommes  und  tugendhaftes  Weib  gehabt  wie  ich.  Du
hast  meinen  Zorn  gemäßigt;  du  hast  mir  in  allen  Dingen  nützlichen
Rat  gegeben;  du  hast  mich  in  der  Gerechtigkeit  erhalten;  du  hast
das  Mitleid  mit  den  Unterdrückten  in  mir  angeregt.  Habe  Dank
für  dieses  alles!  Jetzt  befehle  ich  dich  und  meine  Kinder  wie  auch
meine  Seele,  die  nunmehr  den  Leib  verlassen  muß,  dem  allmächtigen
Gott  und  dem  Gebete  der  Auserwählten  Eottes.“

Tief  erschüttert  dankte  Mathilde  dem  sterbenden  Gatten  für
all  die  Liebe,  die  er  ihr  bewiesen,  und  für  all  das  Glück,  das  er
ihr  bereitet  hatte  im  Leben.  Und  während  die  Söhne  am  Sterbebette
  des  Vaters  zurückblieben,  eilte  sie  in  die  Kapelle  der  Burg
und  warf  sich  vor  dem  Altar  nieder,  indem  sie  sich  und  all  das
Ihrige  dem  Willen  Gottes  anheimstellte,  wie  sie  dies  stets  in  Bedrängnis
  und  Not  zu  tun  pflegte.  Bald  darauf  drangen  laute
Klagerufe  in  die  Kapelle;  sie  meldeten  der  Königin,  daß  König
Heinrich  gestorben  war.  In  ihrer  Besorgnis  um  das  Seelenheil
des  Gestorbenen  fragte  Mathilde  sogleich  nach  einem  Priester,  der
sofort  für  den  Gestorbenen  eine  Seelenmesse  lesen  sollte.  Ein  der
Königin  verwandter  Priester  hatte,  wiewohl  es  schon  spät  am  Tage
war,  noch  keine  Speise  zu  sich  genommen.  Dieser  begann  sogleich
die  Seelenmesse.  Mathilde  schenkte  ihm  zum  Danke  die  kostbaren
goldenen  Spangen,  die  sie  am  Arme  trug.  Als  der  Gottesdienst
beendet  war,  begab  sie  sich  zu  ihren  Söhnen,  die  in  tiefer  Trauer
noch  am  Sterbelager  des  Königs  verweilten.  „Meine  Söhne,"
sprach  sie  zu  ihnen,  „schreibt  euch  in  das  Herz.  was  ihr  hier  sehet;
ehret  Gott  und  fürchtet  ihn,  der  Macht  hat,  solches  zu  tun!“

4.
Neben  anderm  reichen  Besitztum  hatte  König  Heinrich  seiner
Gemahlin  die  Stadt  Qnedlinburg  am  Fuße  des  Harzes  als  Witwengut
  geschenkt.  Hier  erhob  sich  neben  der  königlichen  Pfalz  ein  Berg