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von  mäßiger  Höhe,  der  ringsum  in  das  Land  weiten  Umblick  gestattete.
  Auf  diesem  Berge  hatte  König  Heinrich  gegen  das  Ende  seines
Lebens  auf  die  Bitten  Mathildens  hin  eine  Kirche  und  ein  Kloster
erbauen  lassen.  Benediktinerinnen  waren  in  dieses  Kloster  eingezogen.
  Als  Witwe  zog  sich  Mathilde  am  liebsten  in  diese  Heimstätte
  des  Friedens  zurück.  Hier  lebte  sie  ganz  ihren  frommen
segensreichen  Werken.  Ihre  Freigebigkeit  wurde  mitunter  so  groß,
daß  ihre  Söhne  ihr  Einhalt  geboten;  sonst  hätte  sie  ihr  ganzes  Besitztum
  weggegeben.  Jeden  Sonnabend  um  die  Stunde,  da  König
Heinrich  aus  dem  Leben  geschieden,  sammelte  sie  die  Armen  um  sich
und  linderte  ihre  Not  mit  freundlichen  Worten  und  mit  erfreuenden
Gaben.  Manche  Kirche  hat  sie  erbauen  lassen,  manches  Kloster  hat
sie  gegründet.  Diese  frommen  Stiftungen  sollten  zur  Verherrlichung
und  zur  Verbreitung  des  christlichen  Glaubens  dienen.  Die  Verfolgten
  und  Bedrängten  sollten  hier  Freistätte  und  Rettung,  die
Notleidenden  Hilfe  und  Tröstung  finden.  Namentlich  war  sie  auf
die  Errichtung  von  Nonnenklöstern  bedacht.  Mädchen  und  Jungfrauen
  wurden  hier  unterrichtet  und  erzogen,  so  daß  sie  später,
reich  an  guten  Sitten  und  frommem  Sinn,  mit  nühlichen  Kenntnissen
  und  Fertigkeiten  ins  Leben  eintraten.  So  halfen  sie  die  Segnungen
  der  Gesittung  und  der  Bildung  verbreiten.  Mathilde  verschmähte
  es  nicht,  in  diesen  Klöstern  die  Mädchen  in  allem,  was
nötig  war,  selbst  zu  unterweisen.

Manchen  Kummer  mußte  Mathilde  in  ihren  Witwenjahren  erleben.
  Es  bereitete  ihr  großen  Schmerz,  daß  ihre  Söhne  Otto  und
Heinrich  nach  dem  Tode  des  Vaters  untereinander  uneins  wurden.
Noch  herber  wurde  dieser  Schmerz,  als  Heinrich,  ihr  Lieblingssohn,
gegen  seinen  königlichen  Bruder  Otto  sich  mit  den  Waffen  in  der
Hand  empörte.  Wiederholt  trat  da  Mathilde  als  Friedensstifterin
zwischen  die  Söhne;  ihren  mütterlich  ernsten  und  liebevollen  Worten
glückte  es  mehrmals,  die  Versöhnung  herbeizuführen.  Aber  wiederholt
  brach  Heinrich  den  Frieden,  so  daß  König  Otto  zuletzt  die
Reichsacht  über  ihn  aussprach.  Erst  als  Heinrich  sich  demütigte  vor
seinem  Bruder  und  die  angelobte  Unterwerfung  getreulich  hielt,  zog
der  alte  Friede  wieder  in  die  königliche  Familie  ein.  Den  Bitten
der  Mutter  hatte  Heinrich  es  vornehmlich  zu  danken,  daß  König
Otto  ihm  das  Herzogtum  Bayern  verlieh.  Ihren  Lieblingssohn
Heinrich  sah  Mathilde  in  der  Blüte  seiner  Jahre  sterben.  So  groß
war  der  Schmerz  über  seinen  Tod,  daß  Mathilde  seitdem  immer  in
Trauergewändern  erschien;  kein  Geschmeide  schmückte  sie  mehr;  weder
  an  zerstreuendem  Spiel  noch  an  weltlichen  Liedern  wollte  sie
sich  ferner  ergötzen.