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dich  durchs  Leben  tragen,  daß  fern  dir  bleibe  der  Erde  Leid  und
Qual.  —  Doch  jetzt  geh'  ich  zum  Kampf.  Weih  mir  ein  still  Gebet,
auf  daß  der  herr  im  himmel  meine  Waffen  segne!“

Laut  klirren  die  Schwerter  aneinander.  Hin  und  her  wogt  der
Nampf  der  beiden  Rechen.  Da  —  vom  Schwerte  des  fremden  Ritters
  getroffen,  stürzl  der  herzog  zu  Boden.  „Durch  Gottes  Willen  ist
jetzt  dein  Leben  mein“,  sprach  der  Sieger;  „ich  schenhe  es  dir;  doch
sollen  bis  zum  letzten  Ktemzuge  dir  Scham  und  Reue  tief  im  Busen
sagen,  was  du  an  Elsa  von  Brabant  gefehlt!“  Nur  leicht  war  die  Wunde
des  Besiegten,  und  hilfreiche  hände  der  Seinen  geleiteten  ihn  hinweg.

herzog  Friedrich  war  durch  das  falsche  Seugnis  seiner  Gemahlin
Ortrud  zu  seiner  Anschuldigung  bestimmt  worden.  Crtrud  gestand
ihrem  Gemahl  jetzt  ein,  daß  sie  Elsa  grundlos  des  Mordes  verdächtigt
habe,  um  ihr  das  schöne  Brabanter  Land  zu  entreißen.  Da  faßte  den
herzog  ein  großer  Sorn,  und  fast  hätte  er  seinem  Weibe  ein  Leid  angetan;
  doch  wußte  Ortrud  seinen  Grimm  durch  listige  Worte  von  sich
abzulenken.  Sie  gemahnte  ihn  an  die  Schmach,  die  ihm  der  fremde
Ritter  zugefügt,  und  sagte,  der  Sieg  sei  nur  durch  Sauberei  errungen
worden;  sobald  der  Schwanenritter  seinen  Mamen  nenne,  sei  seine  Zauberkraft
  dahin.  Schlaflos  brachte  Friedrich  die  Macht  auf  seinem  Lager
zu.  Rachedurst  erfüllte  sein  herz,  und  er  schwur  Dergeltung.

ls  der  Morgen  heraufgezogen  war,  begab  sich  alles  zur  hochzeitsfeier
  zur  Kirche.  Da  trat  herzog  Sriedrich  vor  dem  Gotteshause
dem  Hochzeitszuge  entgegen,  beschuldigte  seinen  Gegner  der  Sauberei
und  forderte  ihn  auf,  seinen  Mamen  zu  nennen.  Doch  der  Ritter  sprach:
„Niemand  darf  meinen  Namen  wissen,  selbst  nicht  der  Mönig,  nur  eine
—  Elsa.  Etsa,  bei  dir  liegt  all  unser  Glüch,  willst  du  mich  nach  meiner
  herhunft  fragen?“  Elsa  antwortete:  „Mein  Retter  und  Beschützer!
Was  ich  gelobte,  will  ich  treulich  halten.  Niemals  will  ich  die  Frage
an  dich  stellen.“  Da  wandte  sich  herzog  Friedrich  mit  zornerfülltem
herzen  von  dannen.  Die  andern  zogen  unter  dem  Sestgeläute  der
Elocken  zur  Vermählung  in  die  Kirche.

Aber  Sriedrichs  Worte  hatten  furchtbare  3weifel  in  Elsas  Seele
gesenkt,  und  nach  der  Feier  flehte  sie  zu  ihrem  Gemahl  mit  schmeichelnden
  Worten,  ihr  seinen  Mamen  zu  sagen;  niemand  außer  ihr
solle  ihn  erfahren,  und  sie  wolle  ihn  nur  nennen,  wenn  sie  allein
seien.  Dergebens  bat  der  Ritter;  Elsa  stellte  die  verbotene  Frage.
Da  ward  der  Ritter  leichenblaß  und  sprach:  „Elsa!  Elsa!  weh!  Was
tatest  du!  #ll  unser  Glüch  haft  du  zerbrochen  und  vernichtet!  Uun  ist
alles  dahin!“  Entsetzen  faßte  Elsa  ob  der  Worte  ihres  Gemahls,  und
bittere  Keue  zog  in  ihr  herz.  Kls  herzog  Friedrich  von  dem  Vorgefallenen
  hörte,  stürmte  er  mit  blankem  Schwert  heran,  um  seinen

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