—  472  —

WMWenze  Tage  darauf  erschichren  Edle  und  Dienstnionnen
der  Cõlner  Kirche  vor  dem  Kõönig  Meinich  in  seiner  Hurg
æeu  Würnberg,  um  Klage  eu  erheben.  Der  Künig  Seibsft  3a0
æeu  Gericht,  die  Kiadper  zeinten  die  zerrissenen,  hliithefleckten
Eleider  ilires  Herrn  und  forderten  Gerechtipkeik.  Ober  Isenbury
  2o#rde  die  steicksacht  ausqesprochen  und  Frz  nachher
e#  Frankfurt  erneuert.  Dorthin  haltfen  die  Cölner  die  Leiclhe
des  Eræbiscehofs  im  Traueræuge  vor  den  König  tund  die  versammelten
  Fürsten  getragen,  die  Man#en  des  Stistes  halten
dart  mit  entblõßten  Sehiertern  das  Geleit  gegeben.  Wieder
rwurden  die  blutigen  Kleider  gezeiy.  Der  dreiæelutjũlrige
XôOn  brach  dubei  in  bitterliche  Trünen  aus  und  beiceinte  den
Erschlaqenen,  wie  ein  Sohn  seinen  Vater  betbeint.  Auf  den
Kopf  des  geũchteten  Isenburg  tol#rde  ein  Preis  gesctet.  Seine
Hurgen,  darunter  die  mũchtiqe  Isenbrurg  bei  Eattingen  an  der-Itulir,
  10%rden  erobert  und  bis  auf  den  Grund  æerstört.  Friedrichs
  Gemanlin  starb  an  gebrochenem  IIleraen.  Er  vselbst  aber
trieb  sich  unstet  und  Jeichio  in  der  Fremde  cer.  Als  Kaufmann
  verkleidet  kum  er  nock  I.iitftieh.  Mier  wurde  er  erkaunt
und  22700  Mark  ausqeliefert.  Alan  füiltrte  ihn  in  Ketten
nach  Qöln,  dort  wurde  er  durchs  Kack  hingeriehtet.  Aufs  IHad
geflochten,  ohne  oinen  Lauf  der  Kfage  von  sich  au  geben,
lebte  er  bis  s#m  Folhender  Morgen,  undiufhörlien  betete  er  und
Nete  die  Umstehenden  um  Frbite  fiir  seine  anme  Seele  cn.

Nahe  bei  der  Stätte  des  Verbrechens  unrde  æur  Siihme
das  Stift  Gerelsber  errichtet.  Bis  1836  stand  in  dem  IIohltrege
  ein  Steinkreue  eur  Erinnerung  an  die  #enselise  Zu.

276.  Schwäbische  Kunde.  Von  Ludwig  Uhlanb.

-  Al-  Kaiser  Rotbart  lobesam
Zum  Heil'gen  Land  gezogen  kam,

Da  mußt'  er  mit  dem  frommen  Heer

Durch  ein  Gebirge,  wüst  und  leer.
5  Daselbst  erhub  sich  große  Not,

Viel  Steine  gab's  und  wenig  Brot,

Und  mancher  deutsche  Reitersmann

Hat  dort  den  Trunk  sich  abgetan.

Den  Pferden  war's  so  schwach  im  Magen,
10  Fast  mußt'  der  Reiter  die  Mähre  tragen.