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gegenüber  auf  dem  rechten  Ufer  des  Rheins  in  einer  anmutigen
Ebene  eine  neue  Stadt  aus  Holz  aufführen  lassen.  In  der  Mitte
erhob  sich  da,  aus  Holz  kunstvoll  gezimmert,  die  kaiserliche  Pfalz,
daneben  gleichfalls  aus  Holz  eine  zierliche  Kapelle;  rundum  reihten
sich  an  in  unzähliger  Menge  die  Wohnungen  der  Edeln  und  Vornehmen;
  daran  schlossen  sich  Leinwandzelte  und  Laubhütten  für  das
niedere  Volk.  Wohin  das  Auge  sich  wandte,  erfreute  es  sich  an
bunten  Teppichen,  an  Blumen  und  Kränzen,  an  wehenden  Fahnen.
Alle,  die  da  zusammenkamen,  sollten  des  Kaisers  Gäste  sein.  Daher
hatte  er  das  Beste  von  Speise  und  Trank,  was  jene  blühenden
Gegenden  am  Rhein  und  am  Main  darboten,  auf  Schissen  herbeischleppen
  lassen,  auf  daß  allen  die  köstlichste  Bewirtung  zuteil  werde.
Das  bunteste  Leben  entfaltete  sich  da.  Fahrende  Sänger  sangen
dem  lauschenden  Volke  von  dem  Drachentöter  Siegfried  und  von
dem  verderbenden  Streite  der  beiden  Königinnen  Kriemhilde  und
Brunhilde;  sie  sangen  von  den  wundersamen  Abenteuern  der  Helden
  Karls  des  Großen.  Andere  priesen  im  Liede  die  Frühlingslust
  im  blühenden  Mai  und  die  Freude  des  Mannes  am  rühmlichen
Streite.  Hier  fesselten  Seiltänzer  und  Gaukler  die  Schaulust  der
Menge,  dort  erregten  die  Späße  von  Zwergen  und  Narren  unbändiges
  Gelächter.  An  andern  Orten  ergötzte  man  sich  im  Grünen
am  Tanze;  in  langer  Kette  bewegten  sich  da  Männer  und  Frauen,
einander  paarweise  an  der  Hand  haltend,  dahin  und  ahmten  zierlich
  die  künstlich  abgemessenen  Schritte  und  Stellungen  des  Vortänzers
  an  der  Spitze  nach.  Anderswo  wurde  geschmanst;  unaufhörlich
  kreiste  der  Becher  mit  dem  süßen  Wein  und  die  Kanne  mit
dem  schäumenden  Honigbier.  Überall  herrschten  Lust  und  Fröhlichkeit.
  Seinen  Höhepunkt  erreichte  das  Fest,  als  der  Kaiser  seinen
Söhnen  Heinrich  und  Friedrich  den  Ritterschlag  erteilte.

Die  ganze  Nacht  hatten  die  beiden  Jünglinge,  von  denen  der
ältere  vielleicht  20  Jahre  alt  war,  in  der  Kapelle  zugebracht;  durch
Gebet  sollten  sie  sich  hier  in  würdiger  Weise  auf  den  Ritterschlag
vorbereiten.  Am  Morgen  hatten  ihnen  Knappen  und  Pagen  die
Ritterkleidung  angelegt.  Uber  das  eng  anliegende  Ledergewand
zogen  sie  die  Rüstung  aus  feinem  Drahtgeslecht,  das  sich  biegsam
dem  Körper  anschmiegte.  Brust  und  Rücken  umhüllte  ihnen  darüber
der  bunte  Wappenrock,  der  mit  dem  kaiserlichen  Wappentier,  dem
schwarzen  Adler,  vielfach  geziert  war.  Goldene  Sporen  schnallten
sie  ihnen  an  und  setzten  ihnen  den  ehernen  Helm  aufs  Haupt.
Dann  ergriffen  die  Jünglinge  die  gewölbten  Schilde  aus  festem
Stahl,  die  von  goldenen  Zieraten  erglänzten,  und  die  langen  Lanzen
  aus  Eschenholz.  Vor  der  Kapelle  schwangen  sie  sich  auf  die