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prächtigen  Streitrosse  und  sprengten  zu  dem  großen  freien  Platze
hin,  wo  alle  ihrer  harrten.  Auf  hohen  Holzgerüsten  saßen  da  in
voller  Erwartung  die  Vornehmen,  Männer  und  Frauen:  Schranken
aus  Holz  hielten  die  Menge  ab,  die  nach  Tausenden  zählte.  An
der  Seite  seiner  Gemahlin  sah  der  Kaiser  den  ritterlichen  Künsten
seiner  Söhne  zu,  die  sie  vor  allen  Zuschauern  an  den  Tag  legten.
Dann  stieg  er  hinunter  in  die  Mitte  des  von  den  Schranken  umzäunten
  Raumes.  Nachdem  seine  Söhne  feierlich  versprochen  hatten,
als  Ritter  die  Schwachen  zu  beschirmen,  die  Waisen  zu  schützen,
den  christlichen  Glauben  zu  verteidigen,  erteilte  er  ihnen  den  Ritterschlag.
  Mit  der  flachen  Schwertklinge  schlug  er  jedem  dreimal  quer
über  die  Schultern  und  sprach  zuletzt  dabei:  „Dies  sei  der  letzte
Schlag,  den  du  empfängst,  ohne  ihn  zu  erwidern  und  zu  vergelten.“
Darauf  gürtete  er  sie  selbst  mit  dem  Schwerte,  auf  daß  sie  nunmehr
  wehrhaft  seien.  Er  führte  sie  zur  Kaiserin  hin,  die  ihre
Söhne  mit  der  ritterlichen  Binde  schmückte.  Dann  wurde  ein  allgemeines
  Kampfspiel  abgehalten.  Einzeln  und  in  Scharen  zusammengestellt,
  wetteiferten  da  die  Ritter  miteinander  in  der  Führung
der  Wassen  und  im  Tummeln  der  Rosse.  Auch  der  Kaiser  nahm
teil  an  diesen  ritterlichen  Spielen;  er  zeigte,  daß  er  es  noch  immer
darin  mit  jedem  aufnehmen  konnte.

Solchen  Verlauf  nahm  das  Fest.  Befriedigt  schieden  alle.
Unvergleichlich  schöne  Tage  hatten  sie  verlebt.  Nie  hatte  sich  das
Ansehen  des  Kaisers  so  groß  gezeigt;  nie  hatte  sich  die  Macht  des
Reiches  so  glänzend  entfaltet.  Die  Dichter  und  Sänger  aber  trugen
die  Kunde  von  diesem  seltenen  Feste  in  alle  Lande  hinein;  in  ihren
Leedern  priesen  sie  Friedrich  als  den  freigebigsten  und  friedlichsten
Kaiser;  sie  verherrlichten  ihn  als  den  mächtigsten  und  gewaltigsten
Herrscher  der  Welt.

Pon  Nohann  Wolsgang  von  Goethr.

279.  Der  Hänger.
We-  hör'  ich  dranßen  vor  dem
“  Tor,

Was  auf  der  Brücke  schallen?

Cah  den  Gesang  vor  unserm  Ohr

Im  Saale  widerhallen!“

Der  König  sprach's,  “7  Page
ief;

Der  Knabe  kam,  der  König  rief:
„Laht  mir  herein  den  Alten!“  —.

2.  „Gegrüßet  seid  mir,  edle  Derr'n,
Gegrüßt  ihr,  schöne  Damen!
Welch  reicher  Bimmel!  Stern  bei

Stern!
Wer  kennet  ihre  Uamen?
Im  Saal  voll  Pracht  und  Herrlichkeit
Schließt,  Augen,  euch!  Hier  ist  nicht
Beit,
Fich  stannend  zu  ergetzen.“