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3.  Der  Sänger  drücht  die  Augen  ein  5.  Ich  singe,  wie  der  Vogel  singt,

Uund  schlug  in  vollen  Tönen;

Die  Ritter  schanten  mutig  drein
Und  in  den  Schoh  die  Schönen.
Der  König,  dem  das  Lied  gefiel,
Ließ,  ihn  zu  ehren  für  sein  Spiel,
Eine  goldne  Kette  rrichen.

4.  „Die  goldne  Kette  gib  mir  nicht,

Die  Bette  gib  den  Rittern,

Vor  deren  kühnem  Angesicht

Der  Feinde  Lanzen  splittern;

Eib  sie  dem  Aanzler,  den  dn  hast,

And  laß  ihn  noch  die  goldne
Last

Bu  andern  Lasten  tragen:

280.  Des  Sängers  HFluch.

Der  in  den  Zweigen  wohnet:
Das  Lied,  das  ans  der  Kehle  dringt,
Ist  Lohn,  der  reichlich  lohnet.
„Doch  darf  ich  bitten,  bitt  ich  eins:
Laft  mir  den  besten  VBecher  Weins
kn  purem  Golde  reichen“

6.  Er  setzt'  ihn  an,  er  trank  ihn

aus:
„O  Trank  voll  süßer  Cabe!

Oh,  wohl  dem  hochbeglückten  Haus,
Wo  das  ist  hleine  Gabe!
Ergeht's  euch  wohl,  so  denkt  an  mich

Und  danket  Gott  so  warm,  als  ich
Für  diesen  Trunk  ench  danke!“

Von  ludwig  Uhland.

1*l7:  stand  in  alten  Zeiten  ein  Schloß  so  hoch  und  hekrr,

Weit  glänzt’  es  über  die  Lande  bis  an  das  blaue  Meer,
Und  rings  von  duft'gen  Gärten  ein  blütenreicher  Kranz,
Dein  sprangen  frische  Grunnen  im  Regenbogenglanz.

2.  Dort  saß  ein  stolzer  König,  an  Land  und  sSlegen  reich,
kt  saß  auf  seinem  Throne  so  finster  und  so  bleich;
Denn  was  er  Annt,  ist  Schrecken,  und  was  er  blickt,  ist  Wut,
Und  was  er  spricht,  ist  Geilel,  und  was  er  schreibt,  ist  Blut.

3.  Einst  zog  nach  diesem  Schlosse  eln  edles  Sängerpaar,

Der  ein'  in  goldnen  lLocken,  der
Der  Alte  mit  der  Harfe,  der  saß

andre  grau  von  Haar;
auf  schmuckem  Hlos,

Es  schritt  ihm  frisch  zur  Seite  der  blühende  Genoß.

4.  Der  Alte  sprach  zum  Jungen:  „Uun  sei  bereit,  mein  Sohn;
Denk  unscer  liefsten  Uieder,  stimm  an  den  vollsten  Tonl

Ilimm  alle  Kraft  zusammen,  die

Lust  und  auch  den  Schmerz!

Es  gilt  uns  heut“,  zu  rühren  des  Königs  Keinern  liez."

5.  Schon  stehn  die  beiden  Sänger  im  hohen  Säulensaal,

Und  auf  dem  Throne  sitzen  der

König  und  sein  Gemahl:

Der  König  furchtbar  prächtig  wie  blut'ger  Mordlichtscheln,

Die  Königln  süfl  und  milde,  als

blickte  Vollmond  drein.